Liebe ist Gegenwärtigkeit

Gegenwärtigkeit ist Liebe.
Liebe ist die Bereitschaft, die Erfahrung von Gegenwärtigkeit zuzulassen.
Gegenwärtigkeit ist die Anerkenntnis dessen was ist ohne mit Vergleich und Urteil identifiziert zu sein.
Meditation ist die Erfahrung von Gegenwärtigkeit.
Meditation ist die Erfahrung von Liebe .

Meditation für die Nacht

Eine Meditationstechnik, die ich lieben gelernt habe, übe ich vor dem Einschlafen.

Oft gesellen sich verschiedenste Gedanken zu der Zeit vor dem Einschlafen. Beschäftige ich mich mit ihnen, indem ich sie verfolge, lade ich sie ein und sie werden für eine lange Weile nicht mehr gehen.
Betrachte ich sie als Wolken, deren auftauchen ich lediglich zur Kenntnis nehme ohne mich mit ihren Inhalten zu befassen, ziehen sie weiter.
Natürlich werden weitere Gedanken auftauchen, die ich ebenso zur Kenntnis nehme und weiterziehen lasse. Mit der Zeit können sie recht absurd und konfus werden und im weiteren Verlauf können sie sich zu Gedankenfetzen zerstreuen.

Gedanken sind Energiefelder, mit denen ich mich identifiziere, sobald ich mich mit ihnen befasse. Dann ist das Denken wach.  Gedanken sind nicht meine Realität. Meine Realität ist die Kenntnisnahme ihres Auftauchens. Es ist Bewusstheit, in der eine große Stille liegt, in die ich immer tiefer sinken kann.

Wenn es mir gelingt, weiter Beobachter zu bleiben, kann ich den Moment abpassen, in dem mein Körper beginnt, erste Vorbereitungen zu treffen, um vom Wachsein zum Schlaf überzugehen.

Bewusstheit ist eine Form intensiver Wachheit, in der ich nicht mit Geschäftigkeiten identifiziert bin.

Meditation verändert den Blick (1)

An manchen Tagen fällt es mir schwer meditativ zu sein. Dann gibt es Gedanken und Ängste, die sich meiner inneren Welt aufdrängen. Dann erschaffen sie einen Filter der Wahrnehmung, der in der Hauptsache die Dinge und Ereignisse meiner äußeren Welt erkennbar werden lässt, die meinen Gedanken und Ängsten entsprechen und ich verfalle in Abwehrhaltung und beschäftige mich mit Sorgen.

Es ist eine der fundamentalsten Wirkungsweisen von Meditation, sich dieses Prozesses bewusst zu werden. Ebenso fundamental, wie Bewusstwerdung, ist die Entscheidung, nicht gegen den Prozess anzukämpfen, der Gedanken in den Vordergrund schiebt, Ängste erschafft und an Sorgen modelliert. Bewusstwerdung ist die Erkenntnis, dass Gedanken, Ängste und Sorgen energetische Strömungen sind, die durch mich hindurchziehen.

Mein Selbstverständnis, mein Selbstbild, meine Geschichte, womit “Ich” sich identifiziert, braucht Sorgen, Gedanken und Ängste wie mein Körper die Luft zum Atmen.

Ohne Sorgen, Gedanken und Ängste fehlte meinem “Ich” die überzeugte Vorstellung seiner Trennung vom Ganzen. Ohne die überzeugte Vorstellung des Getrenntseins hätte “Ich” keine Identität. Es ist das Feindbild des Todes.

Die menschliche Sprache in Wort und durch den Ausdruck ihrer Körper und durch ihr Handeln, kommuniziert mit Gedanken, Sorgen und Ängsten.

Begebe ich mich in die freie Natur, in die Gesellschaft von Tieren und Pflanzen, beobachte ich den Nachhall der Gedanken, die sich schnell beruhigen. Die Natur ist ein Zen-Meister. Vögel sind Zen-Meister. Eine Blüte ist ein Meer aus Stille ohne Gedanken, Sorgen oder Ängste.

In dieser Betrachtung wird mir sehr schnell klar, dass Gedanken, Sorgen und Änsgte vergängliche Ströme sind, die erst durch meine Identifikation mit ihnen lebendig werden und lebendig bleiben können.

Meditation verändert den Blick und lehrt mich, meinen Blick von der zwanghaften Fixierung des “Ich” auf Gedanken, Sorgen und Ängste abzuwenden und stattdessen mit aller Aufmerksamkeit der Stille in mir selbst zu lauschen.

Meditation löscht die Angst

Meditation geht in die Tiefe, unterhalb dessen, was das Auge sieht und das Ohr hört.  Sie geht tiefer als das, was der Verstand erklären kann.

In der Meditation ist der Zauber einer Blüte ein Ausdruck des Ursprungs. Sie verlässt die Oberfläche der Form und wird zu purem Zauber. Dann ist sie keine Blüte mehr und der Meditierende ist nicht mehr. Die Zeit steht still.

Wenn die Zeit still steht, sind Änsgte und Sorgen verschwunden, als hätte es sie nie gegeben, denn Ängste gibt es nur, weil es Zeit gibt….

Das Leben findet einen Weg

Ein evolutionärer Schachzug ist es, körperliche Existenz als einmalige Chance zu sehen. Für die Ego-Vorstellung ist das augenblickliche Dasein in einem menschlichen Körper tatsächlich einmalig und ganz besonders verteidigungswert. Natürlich sollte die Lebensform “Mensch” als besonderes Geschenk gewürdigt und mit Liebe gepflegt werden. Einen Körper bewohnen zu dürfen, ist ein Geschenk der ganz besonderen Art!

Die Evolution hat das “Ego” erfunden, um jedem Bewohner eines Körpers die Vorstellung einer vom Ganzen abgetrennten Wesenheit zu suggerieren, die sich gegen den Rest der Welt verteidigen muss. Nur durch diesen Wettbewerb mit anderen Wesen und mit den Kräften seiner Umwelt, können sich widerstandsfähige und dem Überleben zuträgliche Eigenschaften weiter entwickeln. Das ist das Prinzip der Evolution, das sich auf der Ebene  körperlichen Daseins zeigt.

Die körperliche Ebene ist von Kampf dominiert. Fressen und gefressen Werden, ist der Alltag körperlicher Lebensformen. Der Stärkere überlebt.

Dennoch hat Leben auch andere Ebenen, die ganz anders funktionieren. Da ist die Ebene, auf der Leben streng kooperativ verfährt, ohne dabei jemals den Gedanken an Kampf aufkommen zu lassen. Würden die Zellen, aus deren Gemeinschaft sich das Gebilde “Körper” zusammensetzt gegeneinander kämpfen, würden es Körper nicht einmal bis zur Geburt schaffen. So aber kooperieren sie noch viele Jahrzehnte nach der Geburt in einem wunderbaren Körper.

Es scheint, dass körperliches Dasein ein Experimentierfeld ist, auf dem das Leben nach Wegen sucht. Gewinner in der Geschichte des Lebens sind immer die anpassungsfähigsten Lebensformen gewesen. Es waren diese Formen, die sich am besten in den Kreislauf und an die Gesetzmäßigkeiten irdischer Verhältnisse anzupassen wussten und sich dadurch mit dem Ganzen im Gleichgewicht hielten.

Dinosaurier scheiterten an ihrer Größe und Trägheit und an ihrer Abhängigkeit von klimatischer Stabilität. Die Lebensform der Säugetiere konnte sich durch ihre gute Anpassungsfähigkeit weiterentwickeln.

Neandertaler scheiterten an ihrer mangelnden Anpassungsfähigkeit an die sich verändernden klimatischen Verhältnisse und die damit einher gehenden Veränderungen ihrer Lebensräume.

Betrachtet man den Homo Sapiens, dann wäre es möglich, dass er am “Konstrukt Ego” scheitert, das ihn vollständig im Prinzip des Kampfes stagnieren lässt. Ego kümmert sich nicht darum, was am kooperativsten ist, sondern es ist darauf fixiert, wie ein Individuum die größten Vorteile gegenüber anderen Individuen erstreitet und es grenzt sich selbst mitunter vollständig aus dem Prinzip Kooperation aus und schafft dadurch Ungleichgewicht im Ganzen.

Das Leben wird einen Weg finden. Es wird Kampf und Wettbewerb sicherlich noch nicht verbannen, aber es wird die absolute Priorität auf Kooperation und Anpassungsfähigkeit legen.

Anpassungsfähigkeit bedeutet, neue Wege zu gehen, anstatt den Versuch zu unternehmen, Veränderungen und daraus entstehende Probleme in Trägheit auszusitzen. Es bedeutet aber auch, das ungeheure Potential einer Gemeinschaft zu nutzen, um kooperativ zu sein und Kräfte zu bündeln.

Das Leben hat niemals gegen irgendetwas gekämpft. Es hat immer Neues gefunden und damit das Alte überflüssig gemacht.

Essenz und Intelligenz

Zweifellos ist Gaia, unsere Erde, ein Wesen von großer Intelligenz und alle ihre Kinder sind Erben dieser kosmischen Intelligenz.

Intelligenz ist ja schließlich kein Potential, über das nur der Mensch verfügt. Einzigartig ist am Menschen nur, dass ihm Intelligenz im Zusammenhang mit Denken bewusst wird.

Betrachtet man Lebewesen in Bezug auf ihre Eigenschaften und Fähigkeiten, darf man durchaus einen kreativen und intelligenten Schöpfergeist dahinter vermuten, der seine Schöpfungen ohne Computer und Technikerwissen zur Welt brachte.

Sicher kann man sagen, dass Intelligenz die Essenz des Lebens ist, und dass sie nicht nur im Prozess des Denkens zum Ausdruck kommt, sondern sich im freien Fluss des Lebens auf freudvolle Weise zeigt. Liebe ist der freie und freudvolle Fluss des Lebens. Er ist die Bejahung dessen was ist ohne zu bewerten oder zu trennen oder zu spalten. Die Essenz des Lebens ist das Angebot immer neuer Chancen und Möglichkeiten ohne sich von Altem abzuwenden, sondern es ist die Zuwendung zum Neuen.

Liebe ist auf diese Weise spielerisch und unernst, sorglos und unerschütterlich vertrauensvoll.

Essenz und Intelligenz beobachtet man ganz besonders bei Kindern, die auf spielerische Weise ihre Welt erkunden, bis sie von ihren Eltern mit der Welt der Sorgen und Zweifel konfrontiert werden.

Meditative Sprache

„Achte auf deine Gedanken,

denn sie werden deine Worte.

Achte auf deine Worte,

denn sie werden deine Handlungen…..”

So beschreibt es der Talmud.

Alles Handeln geht auf Gedanken zurück. Auch Emotionen, die letztlich nur über den Körper artikulierte Gedankenformen sind, prägen das Handeln mit.

Durch meine Sprache beeinflusse ich meine Umgebung und bringe gegenüber mir selbst und anderen mein Denken zum Ausdruck.

Es kann eine sehr wirkungsvolle Meditationstechnik sein, auf seine Sprache zu achten, denn sie spiegelt, verändert oder bestätigt mein Denken und dann auch mein Handeln.

Benutze ich Begriffe, die Gewalt ausdrücken, Angst erzeugen oder spalten?  Wenn es so ist, zeige ich mir und anderen, dass meine Aufmerksamkeit von negativen Dingen bestimmt ist. Achte ich darauf und ersetze diese Begriffe durch poitive Worte oder Formulierungen, verändern sich damit auch mein Denken und Handeln. Ich betrachte die Dinge dann aus einer anderen Perspektive und bringe mein Denken dazu, eher etwas Neues zu finden, anstatt mit Altem zu kämpfen.