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Meditation ist Selbsterinnerung

Meditation durchdringt die Ebenen, auf denen Gewohnheiten, Prägungen und Ängste menschlichen Lebensalltag bestimmen.

Sehr verwirrend erscheint es, dass das eigene Selbstbild, das aus Erinnerungen, Erfahrungen und Überzeugungen besteht und sich Ego nennt, an diesen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten festhält.
Es ist vor allem deshalb verwirrend, weil es das selbst dann tut, wenn Auflösung von Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten individuelles Leid und Leid anderer Wesen vermeiden würden.

Sehr wohl liegt es daran, dass das Konstrukt Ego zu nichts Anderem als zum Sammeln und Festhalten in der Lage ist. Das ist seine Natur.
In der Konsequenz erschafft Ego im Prozess des Loslassens Angst. Es erschafft sogar Angst davor, Angst loszulassen.

Es kann daher nicht wundern, dass Ego den Menschen zum Sammeln und Anhäufen von geistigen und materiellen Formen drängt. Ein Gefühl für Sättigung oder Zufriedenheit kennt es nicht.
Auch das sollte nicht wundern, denn eine Subfunktion des Ego ist Mangelbewusstsein, das niemals Ruhe gibt.

Bin ich mit meinem Ego identifiziert, identifiziere ich mich mit meinen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten und das darunter aktive Mangelbewusstsein treibt mich zum nie endenden Sammeln und Anhäufen, ohne mich jemals Befriedigung und Erfüllung erleben zu lassen.

Meditation durchdringt diese Ebene der Identifikation mit einem Selbstbild, das lediglich aus Erinnerung besteht und nichts Anderes als eine Gedankenform ist.

Selbsterinnerung ist die Erinnerung an den inneren Beobachter, der nicht mit einem Bild, einem Ideal, einer Meinung, einem Urteil oder einer Wertung identifiziert ist. Er ist reine Wahrnehmung. Er ist wie das Auge des Orkans, in dem unbeeinflusst Stille herrscht, während um ihn herum die Kräfte toben.

Liebe ist Gegenwärtigkeit

Gegenwärtigkeit ist Liebe.
Liebe ist die Bereitschaft, die Erfahrung von Gegenwärtigkeit zuzulassen.
Gegenwärtigkeit ist die Anerkenntnis dessen was ist ohne mit Vergleich und Urteil identifiziert zu sein.
Meditation ist die Erfahrung von Gegenwärtigkeit.
Meditation ist die Erfahrung von Liebe .

Das Herz denken lassen

Gedanken, die sich immer wieder aufdrängen und manchmal sogar bis in den Schlaf folgen, sind richtige Quälgeister!

Warum sollte man da nicht auch einmal das Herz als Entscheidungshilfe heranziehen?!

Durch die Beanspruchungen des Alltags bei der Arbeit und im Privatleben, ist man immerzu mit äußeren Dingen beschäftigt und verliert den Kontakt zu sich selbst. Der Kopf arbeitet auf Hochtouren, aber mit ihm stellen sich auch Zweifel ein und man kommt oft zu keinem befriedigendem Ergebnis.

Da ist es gut, wenn man zur Ruhe kommen kann und den Kontakt zu sich selbst wieder findet.

Eine kleine Übung:

Lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen inneren Körper. Betrachte und fühle dich von innen und beobachte die Energien, die in dir kursieren. Man kann dabei sehr schön in sich selbst umherwandern – von oben nach unten und wieder zurück. Wichtig ist, an aufkommenden Gedanken nicht hängen zu bleiben. Sie haben jetzt keine Wichtigkeit.

Eine anfängliche, innere Unruhe, legt sich im Laufe der Betrachtung. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf dein Herz! Spüre die Energien, die dort sind. Beobachte sie, ohne darüber zu urteilen.

Dann lasse einen Gedanken, der dich sehr beschäftigt, vom Kopf hinunter zu deinem Herzen sinken und warte einfach ab!

Möglicherweise wird es dich überraschen, was dein Herz dir antwortet. Sehr oft wird es dir raten, abzuwarten und zur Ruhe zu kommen, einfach erst einmal genau hier und nur jetzt zu sein. Wenn Tränen kommen wollen, dann lasse sie kommen. Sie werden dich leichter machen.

Das Herz wird in dir viel Vertrauen aufkommen lassen und du wirst es vielleicht genießen können, einen Schritt nach dem anderen zu tun und dabei viel Ruhe finden.

Nachhause kommen

Als Gautama Siddharta zum Buddha wurde, hatte er nicht Meditation erfunden, sondern er war zu Meditation geworden. Er hatte seine Augen für das innerste Wesen des Daseins geöffnet, das in jedem Individuum vorhanden ist.

Das innerste Wesen des Daseins ist die Kreativität und Liebe, die diese faszinierende Welt der Formen erschaffen konnte.

Ist es schwer zu verstehen, dass unsere Erde mit allem was sie als “Mutter” hervorbringt, nur die Ausdrucksform von Kreativität und Liebe ist? Ist es möglich zu sehen, dass der Kampf mit den Dingen lediglich ein irrealer Kampf gegen ein Spiegelbild ist? Der Schritt des Erkennens, dass wir nach Glück und Frieden suchenden Menschen ebenso ein Spiegelbild sind, ist so winzig klein und dennoch erscheint er für unsere Vorstellung nicht zu überbrücken zu sein.

Vielleicht würde Buddha sagen: Du brauchst nur deine Blickrichtung ändern!

Möglicherweise würde er uns raten, nicht die Dinge selbst zu betrachten, sondern den Prozess, der sie verändert, entstehen und vergehen lässt. Betrachtung in dieser Weise ist eine Qualität, die nur das Herz bietet.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.”.

Meditation im Alltag ist die Betrachtung meines Tuns, wie ich es tue. Mit welcher Hingabe, Kreativität, Liebe und Freude tue ich es? Weniger das Ergebnis steht für diesen Moment im Vordergrund, sondern meine innere Einstellung.

Bin ich ergebnisorientiert, trenne ich mich von mir selbst und meiner Kraft. das Tun wird zur Arbeit und zur Last.

Das “Göttliche” hat mit seiner Schöpfung keine Last. Es “handelt” in Liebe, Kreativität und Freude.

Innere Meditationsräume

Wer mit Meditation beginnt oder daran gewöhnt ist, einen festen Platz für seine Meditationsübungen zu haben, dem wird es wahrscheinlich zunächst schwer fallen, Meditation in seinen Alltag einzuladen.

Im Alltag meditativ zu sein bedeutet, möglichst viele Tätigkeiten während des Tages, in bedingungsloser Wachsamkeit und absoluter Präsenz im Augenblick auszuführen.

Mir gelingt das bisher immer nur für kurze Phasen und bei Tätigkeiten, die nicht viel Nachdenken und Planen erfordern: Abspülen, Zähneputzen, Gehen, Warten, Aufräumen, Putzen, Blumen gießen und weitere ähnliche Tätigkeiten.

Es macht wenig Sinn, eine durchgehende Meditationsphase über mehere Tätigkeiten zu erwarten. Besser ist es – nach eigener Erfahrung – für passende Tätigkeiten jeweils zeitweilige innere Meditationsräume zu schaffen. Das können wenige Minuten des Abspülens sein, ein oder zwei Handgriffe beim Aufräumen, ein ganz kurzer Augenblick des Wartens. Danach darf die Übung beendet sein.

Entscheidend ist für jede dieser Phasen, ist eine kurze Vorbereitung in Form einer Affirmation:

“Ich bin. Jetzt. Es existiert nichts als dieser Augenblick. Die ganze Welt besteht nur aus diesem kurzen Augenblick. Es existiert nichts als das, was ich jetzt tue.”

In diesem Sinne kann man es für sich formulieren.

Innerer Meditationsraum bedeutet also, sich auf eine kurze Phase der Meditation einzustimmen.

Meine eigene Erfahrung dabei ist, dass Geräusche angenehmer werden, Dinge und Lebewesen liebevoller und andächtiger behandelt werden, Liebe aufkommt, Formen interessanter werden und neue Details entdeckt werden und sich eine unbeschreiblich schöne innere Ruhe ausbreitet.

Alleinsein

Ich erinnere mich, dass der Begriff Alleinsein einen ähnlich negativen Beigeschmack wie der Begriff Einsamkeit erzeugt.
Ganz klar sind beide Begriffe in ihrer tiefsten Bedeutung völlig unterschiedlich.
Während Einsamkeit ein Gefühl der Abgetrenntheit und des Verlassenseins ausdrückt, ist Alleinsein eine Bezeichnung für die natürlichste Form des Daseins.
Mit ein wenig Wortspielerei kann man den Begriff zu All-Ein-Sein verändern.
Ja, alles ist eins, will der Begriff begreifen lassen.
Schließlich ist es nur ein Trick des Gehirns, der die Empfindung des Abgetrenntseins vom Ganzen erzeugt.

In tiefer Meditation sind alle Formen, ob niederschwingend materiell oder höherschwingend feinstofflich wie Gedanken, sich wandelnde und vergängliche Erscheinungen der Stille und Leere, die sich auf der Leinwand des Bewusstseins abbilden.

In der Tiefe des Herzens, wo unschuldiges Wissen vom Anbeginn aller Zeiten darauf wartet, erkannt und gelebt zu werden, existieren nur Verbundensein und Einheit.
Der Gegenspieler dieses Wissens ist die Illusion vom Abgetrenntsein, die das Gehirn sehr glaubhaft erzeugt.

Geh-Meditation mit Thich Nhat Hanh

Thich Nhat Hanh wurde 1926 in Zentral Vietnam geboren und trat im Alter von 16 Jahren als Novize in den Tu-Hieu Tempel in Hue ein. Schon als junger Mönch wurde er ein führender Vertreter des sozial engagierten Buddhismus in seinem vom Krieg erschütterten Heimatland und er setzte sich weltweit für Frieden und Gewaltfreiheit ein. Seit 1966 lebt er in Frankreich im Exil, wo er eine spirituelle Gemeinschaft in der Nähe von Bordeaux gründete, die unter dem Namen „Plum Village“ bekannt geworden ist.

Gehmeditation mit Thich Nhat Hanh:

Geh-Meditation ist eine Übung, während des Gehens meditativ zu sein. Du kannst friedvoll und glücklich sein, während du übst.
Gehe und stelle dir vor, du seist der glücklichste Mensch der Welt.
Wenn du das kannst, wird dir Geh-Meditation gelingen.
Für diese Meditation musst du kein bestimmtes Ziel vor Augen haben. Daher besteht kein Grund, dich zu beeilen. Das Gehen ist Selbstzweck.
Es ist wichtig, dass jeder Schritt, den du tust, dich friedvoll und glücklich stimmt.
Jeder Schritt bringt dich dabei ins Jetzt, in den einzigen Moment, in dem du tatsächlich lebst.
Vermeide es, Sorgen und Ängste in deine Schritte zu geben, sondern gib ihnen Gelassenheit, Glück und Frieden mit.
Es wird dir möglich sein, das zu tun. Triff Vorsorge, dass du es wirklich willst.
Wenn Schritte nicht von Glück und Frieden getragen sind, würdest du mit erwachten Augen die Sorgen, die Angst und Beklemmung dessen sehen können, der seine Spuren hinterließ.

Lerne es, Schritte zu tun, in denen statt Spuren von Furcht oder Beklemmung, nur Frieden und Freude enthalten sind.

Meditation, Gedanke und Emotion

Meditation bedeutet nicht nur, den Gedankenfluss und Emotionen zu beruhigen, es bedeutet auch, einem Gedanken oder einer Emotion zu ihrem Ursprung zu folgen.

Gerade bei Emotionen tun wir uns manchmal schwer damit, sie zu verstehen, wenn wir sie bemerken.

Es ist sehr heilsam, dazu Meditation einzuladen!

Suche dir dazu einen bequemen Platz, an dem du ungestört bist und beginne, die Emotion oder den Gedanken zu beobachten.

Betrachte es einfach, ohne es zu bewerten oder zu verurteilen. Lasse ein Bild in dir entstehen, das zur Qualität der Emotion oder des Gedankens passt.

Frage dich, was dieses Bild dir zeigt.

Frage dich, wo du im Bezug auf das Bild stehst.

Frage dich, welche früheren Erfahrungen und Erlebnisse damit im Zusammenhang stehen.

Das Bild – oder die Bilder – und deine Fragen werden dich zum Ursprung der Emotion oder des Gedankens führen.

Dein Bewusstsein sinkt durch deine Schichten hinab an den Ort, wo Emotion oder Gedanke entstanden sind.

Meist wird es so sein, dass das Gedanken- und Gefühlsgebilde berührt wird, das dein “Ich”-Gefühl ausmacht und aufrecht erhält.

Dieses “Ich” ist ungeheuer leicht verletzbar und sehr ängstlich.

Es ist immer auf der Suche nach Sicherheit und trägt eine sehr alte Sehnsucht in sich.

Diese Sehnsucht ist, geliebt zu werden, angenommen zu sein und keine Angst mehr haben zu müssen, diesen beschützten und liebevollen Zustand zu verlieren.

Gott ist in der Lücke

Gott ist in der Lücke zwischen zwei Gedanken, zwischen zwei deiner Bewegungen, zwischen Ein- und Ausatmen, in der winzigen Lücke zwischen Wach-Sein und Schlaf.

Wenn du in diese Lücke hineinspringst, wird dir augenblicklich klar, dass du weder Gedanken, noch Körper bist. Dann bist du auf der Seite Gottes und alles wird unendlich weit und zeitlos. Dann bist du in Meditation.

Meditation: Die Ebenen durchdringen

Verstand bewegt sich auf der Horizontalen. Er kennt nur die Ebene der Erinnerung und der Schlussfolgerung.
Aus Erinnerung und Schlussfolgerung entstehen aus ihm Vergangenheit und Zukunft.

Meditation bewegt sich in der Vertikalen. Sie bewegt sich nicht auf der horizontalen Ebene der Zeit, recherchiert nicht in der Erinnerung, spekuliert nicht in die Zukunft. Sie bewegt sich im Ereignis des Momentes nach innen und durchdringt dabei alle Ebenen des Seins.

Während Verstand ein Sammler ist, der alles an sich nimmt und sich damit identifiziert, vertieft sich Meditation mit dem Ablegen von Identifikationen.
Sie ist ein nicht-identifizierter Beobachter.

Meditation beobachtet den Körper und seine Funktionen, sie beobachtet den Verstand und die Bewegung seiner Gedanken. Sie beobachtet die Emotionen und das Aufwallen und Abkühlen der Gefühle.

Es ist faszinierend, den Körper zu beobachten.
Er bewegt sich, handelt und reagiert, ohne dass du darüber nachdenken musst.
Die Handlungen selbst zu beobachten ist etwas, das leicht gelingt, es ist die rein materielle Ebene. Den Impuls aufzuspüren, der einer Handlung vorausgeht, ist Eindringen in eine tiefere, feinstofflichere Ebene.
Hier kommt zum Vorschein, was der Körper im Laufe der Zeit gelernt hat und von sich aus ausführt.

Auf dieser Ebene wird klar, wie wenig wir doch an unseren Entscheidungen und Handlungen bewusst beteiligt sind. Der Körper entscheidet für uns auf der Basis von Gelerntem.

Auf dieser Ebene beginnst du in Kontakt mit deinen Prägungen und Überzeugungen zu kommen. Hier spiegeln sich deine Erfahrungen, deine Wünsche und Ängste.

Wenn du diesen Schritt gehst, den Impuls des Handelns aufzuspüren, wirst du feststellen, dass du dabei immer klarer und entspannter wirst. Der Automatismus des Handelns wird unterbrochen. Stille und Klarheit breiten sich aus…..

Meditation und Motivation

Was treibt mich dazu, Meditation zu suchen?
Welche Motivation, welches Ziel steht dahinter?

Für uns ziel- und erfolgsorientierte Menschen scheint nur noch Weniges zum Selbstzweck genug zu sein.

So Vieles ist Zweck für etwas Anderes.
Einfach nur “da zu sein” hat den Beigeschmack der Zeitverschwendung. Das ganze Leben wird zu einer Jagd nach Wünschen und Zielen, die erfüllt und erreicht werden müssen.
Im Laufe der Zeit verstrickt man sich in eine phantastische Welt aus Plänen und Träumen und vergisst sich selbst mehr und mehr. Das Leben verliert immer mehr an Realität.

Jede Form von Leid, ob Krankheit oder Unglück, ist ein Zeichen von Unbewusstheit.

In Unbewusstheit überhöre ich meine innere Stimme und übersehe die Zeichen, die mein Körper mir gibt.
In Unbewusstheit vertraue ich mir selbst nicht mehr, bin dadurch nicht mehr selbstverantwortlich. Stattdessen gebe ich Verantwortung an Andere ab: Ärzte, Politiker, Spezialisten.

Der erste Schritt ist Meditation zu suchen.

Dieser erste, zielorientierte Schritt ist der einzige, der in Zusammenhang mit Meditation sinnvoll ist.
Meditation bringt mich zurück in die Realität und lässt mich zumindest für kurze Momente Hast und Kampf vergessen.

Meditation ist, wie einen Tempel zu betreten.

Betrete ich einen Tempel, bin ich überwältigt von der Stille und Weite des Raumes. In ihm erschließt sich mir eine innere Welt, die draußen vom Lärm des Alltages überflutet wurde und nicht wahrgenommen wurde.
Je öfter ich diese innere Welt aufsuche, desto vertrauter wird sie mir und desto präsenter wird sie dann auch im Trubel des Alltages wahrnehmbar bleiben.

Meditationstechniken sind Übungen, den Geist wieder mit seinem Urzustand vertraut zu machen.

Stück für Stück werde ich zum Meister meiner Selbst.
Aber es gelingt nur, wenn Meisterschaft nicht zum Ziel wird.
Meditation ist Selbstzweck und je öfter ich sie erfahre, desto leichter werde ich in sie eintauchen und gewiss sein, dass es nichts zu erreichen gibt, denn alles ist jetzt.
Je öfter ich in Meditation eintauche, desto deutlicher und unmissverständlicher bin ich mit mir selbst in Kontakt. In mir schlummern alle Lösungen. In mir ist aller Frieden, alles Glück dieser Welt!

Liebe ist Meditation

Wohl jeder kennt das Gefühl des Verliebtseins, das die Welt in den eigenen Augen zu einem verzauberten Platz werden lässt und in dieser Sichtweise die Dinge plötzlich ganz anders erscheinen lässt.

Verliebtsein ist eine Überdosis Liebe, ein Vorschuss Glück und eine Vorschau auf geheiltes Sein.

Verliebtsein wirkt für eine gewisse Zeit wie eine Droge.

Ebenso kennt jeder sicher die Symptome abflauenden Verliebtseins, die sich durch den zurückkehrenden Verstand, mit Fragen, durch Ängste und Zweifel bemerkbar machen.

Nicht anders verhält es sich mit Meditation. In der Klarheit aufsteigender Bewusstheit gibt es keine Fragen, keine Ängste und Zweifel, weil der Verstand, das Denken, Pause hat.

Wenn ich die Chance des Verliebtseins nutze, indem ich die Funktionsweise des Verstandes erkennen lerne, kann dies der Beginn für bedingungslose Liebe sein. Weder in der Meditation, noch in der Liebe existieren Dualitäten. Beides ist durchflutet von Herzenergie. Tatsächlich gibt es zwischen Meditation und Liebe keinen Unterschied. Beides ist das Ankommen im Herzen, dem Innersten. Beides ist begleitet von Ekstase, Glück und Kraft, die keinen Grund benötigen, um in himmlische Höhe zu wachsen. Sowohl in Meditation, als auch in bedingungsloser Liebe, erkenne ich in mir selbst das Ganze, bin verbunden ohne Trennung, fühle mich selbst ganz, ohne in Fragmente zersplittert zu sein.

Sowohl Liebe, als auch Meditation, sind Innenschau. Einen anderen Menschen kann ich nur lieben, wenn ich Liebe in mir und zu mir selbst entdeckt habe. Meditativ kann ich nur sein, wenn ich Klarheit in mir finde – dann entfaltet sich das Ganze vor meinen Augen.

Das Auge des Orkans

Im Auge des Orkans herrscht Windstille. Um dieses Zentrum wüten die Elemente, zerren die Kräfte mit Urgewalt.
Ein Beobachter, der sich im Auge des Orkans befindet, könnte die Stille in der Mitte des Sturmes erleben und das Tosen und Zerren um ihn herum beobachten, ohne davon beeinflusst zu sein.

Meditation ist das Auge deines eigenen Orkans.

Meditation ist das Erlebnis deiner eigenen Mitte, in der Stille ist.
Von dort aus kannst du den Sturm deiner Gedanken, das Wirbeln deiner Gefühle und die wechselnden Ereignisse um dich herum beobachten, ohne damit identifiziert zu sein.

Im gewohnten Tagesablauf bist du an der Peripherie deines Sturmes, wirst gebeutelt und hin- und her geworfen. Wenn du den Kräften des Sturmes ausgesetzt bist, ist dein Leben ein andauernder Kampf, in dem du kaum zur Ruhe kommst. Ständig bist du dabei zu re-agieren und dich zu wehren.

In deinem Zentrum bist du in Ruhe. Hier musst du nicht reagieren. Von deinem Zentrum aus kannst du agieren und deinen Weg selbst bestimmen.

Eine Übung:
Fokussiere deine Aufmerksamkeit auf deine Körpermitte.
Spüre, dass in deiner Mitte absolute Stille herrscht.
Wenn du deine Umgebung aus der Stille deiner Mitte beobachtest, wird die Welt für dich ganz anders aussehen!

Gedanken werden kommen, Gefühle werden kommen. Spüre, woher aus deinem Körper sie kommen.
Du wirst feststellen, dass sie von außerhalb deiner Mitte kommen!
Fokussiere immer wieder auf deine Mitte.

Übe das, sooft du kannst!! Es wird dich verwandeln.

Was ist meditative Beobachtung?

Die Frage nach dem Ort in mir, an dem meditative Beobachtung entsteht, ist eine entscheidende Frage.

Beobachte ich aus der Perspektive des “Ich”, so befinde ich mich in einer Gegenüberstellung zwischen “mir” und den Dingen, die beobachtet werden. Das bedeutet, dass sich das Beobachtete außerhalb des Beobachters befindet. Es entsteht ein beobachtendes Subjekt und ein beobachtetes Objekt. Diese Form der Beobachtung findet bei der Konzentration statt.

Meditation ist keine Konzentration

In der Meditation ist die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgelöst und es existiert nur noch das Objekt, mit dem das Subjekt vollkommen verschmilzt.

In der Meditation verschwindet die subjektive “Ich”-Perspektive. Es verschwindet also der Ort, von dem aus beobachtet wird. Mit dem Wegfall der “Ich”-Identifikation verschwinden ebenso Bewertung und Vergleich. Die beobachteten Dinge werden “ähnlicher”, sie werden nicht mehr aus der Perspektive eines “Ich” bewertet und verglichen, weil der, welcher bewertet und vergleicht, verschwunden ist.

Meditation ist die Form der reinen Erfahrung

“Erfahrung” bedeutet damit nicht den routinierten Umgang mit den Dingen, sondern das Erlebnis der Dinge in ihrer reinsten und direktesten Form. In der Meditation ist Beobachtung vollkommen gleichgesetzt mit dem Beobachteten.

Was ist Meditation?

Meditation selbst ist keine Technik, sondern eine Erfahrung innerer, bewertungsfreier Klarheit. Körperliche und geistige Entspannung sind dabei sozusagen Nebenwirkungen.

 

Attribute der Meditation sind Losgelöstheit und Nicht-Identifikation.

Alle Techniken, deren Ziel die Erfahrung der Meditation ist, können nur eine Möglichkeit der Hilfe sein, um die Erfahrung der Meditation zu begünstigen.

Meditation ist wie ein Gast. Du kannst ihn einladen und mit geeigneten Techniken die Voraussetzungen für sein Erscheinen schaffen, aber du kannst sein Kommen nicht erzwingen. Jede Form von Zwang verhindert Meditation.

Die Fähigkeit, meditativ zu ein, ist jedem Menschen angeboren. Erlernbar sind lediglich die Techniken, die diesen Bewusstseins-Zustand begünstigen.

Meditation ist ein besonderer Zustand deines Bewusstseins.

Wenn du über deine Sinne mit deiner Umwelt in Kontakt trittst, werden Sinneseindrücke, ohne dass du es bemerkst, zum Gehirn geleitet und mit bereits vorhandenen Informationen verglichen. Anhand dieser Informationen erkennt das Gehirn das Gesehene, Gehörte oder Gefühlte. Es entspricht für dich also dem, was du bereits darüber weißt. Sinneseindrücke werden daher zu subjektiven Erfahrungen. Das Gleiche gilt für Gedanken. Sie entstehen nach dem Abbild von Mustern, die im Laufe des Lebens erzeugt wurden. Aus dieser Art “Programmierung” entsteht unsere individuelle Denkweise.
Denken und Verstand hinken der Realität hinterher

Die Routine unseres Gehirns, Eindrücke, Gedanken und Gefühle mit Mustern und vorhandenen Informationen abzugleichen, führt dazu, dass wir die Welt  unserem Wissen, unseren Prägungen und Mustern entsprechend wahrnehmen.
Das ist durchaus ein Vorteil, denn diese Routine warnt uns vor Gefahren und ermöglicht es, uns in der Welt zurechtzufinden.

Es kann aber auch ein entscheidender Nachteil sein:
Da die meisten Gedankenmuster unbewusst sind, sind wir sehr stark an sie gebunden. Da sie unbewusst sind, wissen wir oft nicht, dass unser Denken nicht frei, sondern von oft alten, überkommenen Mustern gesteuert ist. Jeder wird sich im Laufe des Lebens schon gewundert haben, dass er immer wieder in sehr ähnliche Situationen gerät. All dies hat mit Mustern zu tun, die im Hintergrund die Fäden für uns ziehen.

Unfrei macht uns auch, dass unser Gehirn uns die Welt und uns selbst auf Basis gesammelter Informationen erleben lässt. Daher nehmen wir die Welt und uns selbst nie als Realität wahr.

Alles ist Illusion: Meditation kürzt den Weg der Wahrnehmung ab

Wenn du in Meditation bist, bist du nichts weiter als Beobachter. Du beobachtest die Instanzen in dir und um dich herum, die etwas tun. Meditation ist Nicht-Tun.
Wei-Wu-Wei: Tun durch Nicht-Tun.

Ist deine Meditation tief genug, wirst du beobachten, woher deine Gedanken und Gefühle kommen. In sehr tiefer Meditation ist dein Bewusstsein direkt mit der Realität verbunden, ohne dass deine Wahrnehmung den Umweg über die Interpretation geht.

Meditation und Alltag

Wirkliche Bedeutung erhält Meditation, wenn dein Alltag zur Meditation wird. Es mag für den Anfang genügen, bestimmte Meditationszeiten und -orte zu haben.

Je länger du übst, um so mehr wird Meditation dein ganzes Leben mit einbeziehen.

Meditation ist keine Flucht aus dem alltäglichen Leben. Sie ist vielmehr eine andere Sicht, die dem Leben viele neue Facetten hinzufügt.

Weitere interessante Informationen zu Meditation gibt es im Online-Magazin für Meditation findyournose.com

Hier ein Video, in dem Osho das Phänomen der Meditation in für ihn typisch einfacher und ebenso wunderbarer Weise beschreibt (Englisch):