Was ist meditative Beobachtung?

Die Frage nach dem Ort in mir, an dem meditative Beobachtung entsteht, ist eine entscheidende Frage.

Beobachte ich aus der Perspektive des „Ich“, so befinde ich mich in einer Gegenüberstellung zwischen „mir“ und den Dingen, die beobachtet werden. Das bedeutet, dass sich das Beobachtete außerhalb des Beobachters befindet. Es entsteht ein beobachtendes Subjekt und ein beobachtetes Objekt. Diese Form der Beobachtung findet bei der Konzentration statt.

Meditation ist keine Konzentration

In der Meditation ist die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgelöst und es existiert nur noch das Objekt, mit dem das Subjekt vollkommen verschmilzt.

In der Meditation verschwindet die subjektive „Ich“-Perspektive. Es verschwindet also der Ort, von dem aus beobachtet wird. Mit dem Wegfall der „Ich“-Identifikation verschwinden ebenso Bewertung und Vergleich. Die beobachteten Dinge werden „ähnlicher“, sie werden nicht mehr aus der Perspektive eines „Ich“ bewertet und verglichen, weil der, welcher bewertet und vergleicht, verschwunden ist.

Meditation ist die Form der reinen Erfahrung

„Erfahrung“ bedeutet damit nicht den routinierten Umgang mit den Dingen, sondern das Erlebnis der Dinge in ihrer reinsten und direktesten Form. In der Meditation ist Beobachtung vollkommen gleichgesetzt mit dem Beobachteten.

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