Emotionen: Wohin mit der Wut?

Vor Kurzem konnte ich eine sehr heilsame Erfahrung im Umgang mit Wut machen.
Die Tochter meiner Freundin löste in mir durch ihre Verhaltensweise gegenüber ihrer Mutter und gegenüber mir Wut aus.
Einerseits verstand ich sie, andererseits war da diese Wut.  Dieser Konflikt in mir verwirrte mich.
Wahrscheinlich war es die Verwirrung, die mich davon abhielt, ihr gegenüber meine Wut zu äußern. Es war gut, dass ich mich zurückgehalten habe!

Wut, so wusste ich, hat grundsätzlich niemals etwas mit dem anderen Menschen zu tun , auf die ich die Wut projiziere. Es ist meine eigene Wut, die im Untergrund – vielleicht schon Jahre – schlummerte und auf Erlösung wartet.

Am darauffolgenden Abend spürte ich bei einer Meditationsübung in diese Wut hinein, erforschte sie, wollte wissen woher sie kommt und welche bereits gemachte Erfahrung ich damit verband.

Tatsächlich kam ich meiner Wut auf die Spur!
Das Verhalten der jungen Dame gegenüber ihrer Mutter hatte mich an Szenen einer ehemaligen Beziehung zu einer Frau erinnert, in der genau dieses Verhalten vorkam. Damals verhielt ich mich ähnlich wie die Mutter jetzt.
Aus dieser ehemaligen Beziehung ging ich sehr verbittert, wütend und enttäuscht heraus. Zwar waren die Wogen über die Jahre oberflächlich geglättet, aber das aktuelle Ereignis mit der Tochter zeigte mir, dass Emotionen über Jahre gespeichert sein können und in vergleichbaren Situationen wieder lebendig werden.

Ich konnte der Tochter meiner Freundin vergeben. Meine Wut war erlöst.

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In einem Vortrag erzählte Osho eine Geschichte aus dem Leben Georges I. Gurdjieffs. Als sein Vater starb, gab dieser ihm einen Satz mit auf den Lebensweg. Dieser lautete: “ Wenn dich jemand wütend macht, warte 24 Stunden – dann kehre zurück und antworte ihm…!

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