Was willst du verändern?

Die Liste der Menschen, welche die Welt verändern wollten, ist lang.
Sie mögen im Interesse menschlichen Glücks gehandelt haben oder auch nur egoistische Ziele verfolgt haben. Was sie auch erreichen wollten, es hat die Landschaft dieser Erde verändert, es hat Veränderungen in Wissenschaft, Technik und Medizin verursacht.
Was sich verändert hat, sind äußere Dinge. Die Menschen selbst haben sich nicht verändert.
Es scheint, dass diejenigen, die verändern wollten, die Menschen selbst nie erreicht haben. Sie haben die Peripherie erreicht, sie haben die Bildfläche verändert, auf der sich alles darstellt.

Kriege werden mit moderneren Waffen ausgefochten, Ausbeutung und Unterdrückung haben ein anderes Gesicht erhalten und sind subtiler geworden, Machtverhältnisse haben sich verschoben, Hunger und Armut sind unverändert Teil des Weltalltages geblieben.

Auf den ersten Blick scheinen Menschen Opfer der Verhältnisse zu sein, die nur verändert werden müssten.
Die Annahme, dass die Veränderung der Verhältnisse auch die Menschen und ihr Leben ändern würde, hat sich niemals bestätigt.
Genau betrachtet sind Menschen diejenigen, die Verhältnisse erschaffen, weil sich ihre Glaubenssätze und Gedanken nach außen manifestieren.
Tiefgreifende Veränderung kommt niemals von außen, sie kommt immer von innen. Die Manifestation wird – im umgekehrten Sinne –  niemals den Erschaffenden verändern. Deshalb sind Gesetze, Ideologien und Religionen sinnlos und sogar schädlich, weil sie eine trügerische Sicherheit suggerieren und das Heil, das sie versprechen, niemals einlösen können.

Warum haben wir so große Erwartungen in die Verbesserung der Verhältnisse gesetzt?

Es liegt daran, dass wir uns – jeder für sich – für  zu schwach und zu unbedeutend halten, um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken.
Aus diesem Grunde haben wir Regierungen bestellt und uns einen Gott ausgedacht, die für uns die Welt zu einem Paradies machen sollten.
Auf diese Weise haben wir unsere Verantwortung für uns selbst abgegeben und warten seitdem vergeblich auf unser Paradies.

Wer Verantwortung abgibt, wendet den Blick von sich selbst ab und hört auf aus der eigenen Kraft zu schöpfen.

Tatsächlich ist es so, dass alle Kraft in uns selbst vorhanden ist und alle wirklich wichtigen Fragen aus uns selbst beantwortet werden können.
Es war niemals so, dass ein geistiger oder politischer Führer notwendig gewesen wäre, uns den Weg zu Glück, Frieden und Erfüllung zu zeigen.
Allein die Tatsache, den Blick von uns abzuwenden und Glück, Frieden und Erfüllung im Außen zu suchen, hat uns unser Potential des Erschaffens vergessen lassen.

Es ist der fragmentierende Verstand, der die Illusion der Trennung vom Ganzen bewirkt und dadurch Lähmung durch Angst verursacht.

Wer den Blick nach innen wendet, auf sich selbst fokussiert, still beobachtet, auf die Stimme des Herzens lauscht und für einen Augenblick ganz beiseite schiebt, was jemals gelehrt und versprochen wurde, für den entpuppt sich Trennung und Machtlosigkeit als Illusion.
Dann, in diesem Augenblick, beginnt der Prozess  bewussten Erschaffens.
Bewusstes Erschaffen bedeutet, die Dinge nicht aus Denken und Verstand heraus zu verändern, sondern durch eine Vision, die mit der alles durchdringenden Kraft verbunden ist, von der wir zu keinem Moment des Daseins getrennt waren.

Visionen sind Bilder, die aus Gedanken und Gefühlen bestehen.

Ich habe die Überzeugung, dass solche Visionen ganz eng mit dem Unterbewussten in Beziehung stehen und weit mehr als der Verstand ein kreatives Potential besitzen.

Bewusstes Erschaffen setzt niemals bei anderen an. Die Dinge um uns herum ändern sich auf magische Weise in dem Maße, wie wir uns selbst ändern.

Was willst du verändern?

Die Antwort auf diese Frage ist absolut eindeutig:

Ändern kannst du nur dich selbst und zwar, indem du die Struktur deines Denkens und Handelns untersuchst und sie dir immer und immer wieder bewusst machst! Das ist die einzige Pflicht und Disziplin, der wir nachkommen müssen.

Denken und Handeln werden durch Glaubenssätze und Überzeugungen bestimmt. Sie wurden im Laufe des Lebens erlernt und vielleicht nie hinterfragt. Sind sie als Muster erkannt, die dir immer wieder begegnen, verlieren sie ihre Macht über dich.

Es ist nicht nötig zu kämpfen!

Kämpfen zu müssen ist ein Irrtum, auf den viele nachfolgende Irrtümer aufbauen. Damit ist es auch unsinnig, gegen Glaubenssätze, Überzeugungen oder „die Verhältnisse“ anzukämpfen. Kampf bringt Konflikt in dein Leben, er spaltet dich und sein Impuls ist Angst.

Nicht umsonst bauen Diktaturen, Religionen und Demagogien auf die Macht der Angst.

Wer Angst sät, erntet Kontrolle und Macht.

Wie tief Kampf als scheinbare Lösung verwurzelt ist, zeigen viele Statements, die einem überall begegnen:

Der Kampf für den Frieden, der Kampf gegen eine Krankheit, der Kampf um die Liebe, der Kampf für Freiheit, sind Beispiele dafür.

Kampf mag vorübergehend die Symptome von Problemen unterdrücken, aber deren Wurzel erreicht er nicht.

Kampf erzeugt die Probleme selbst, gegen die er dann wieder zu kämpfen beginnt. Es ist ein Teufelskreis, der sich selbst in Gang hält.

Wie aber vollzieht sich Veränderung, wenn nicht durch Kampf?

Wer damit beginnt, seine Überzeugungen und Glaubenssätze zu ergründen, sie aus allen Blickwinkeln betrachtet und sie mit seinem ganzen Wesen durchdringt und klar erkennt, gewinnt dadurch einen Abstand von ihnen. Durchdringung bedeutet nicht Analyse, denn diese basiert auf Dualität, auf Konflikt und Kampf. Durchdringung bedeutet Beobachtung, unverstellte und unverzerrte Betrachtung. Sie ist das Wesen meditativer Erfahrung!

Identifikation und Abhängigkeit beginnen sich in der unverstellten Betrachtung aufzulösen. Dazu gehört sehr viel Mut! Wenn sich Identifikationen und Abhängigkeiten auflösen, entsteht für einen Moment die Angst den Halt zu verlieren. Das ist ein entscheidender Moment! Wer in diesem Moment die Augen wieder verschließt, geht zurück. Wer seine Angst annimmt, ihr offen begegnet, wird die Erfahrung machen, dass auch sie Illusion ist und Vertrauen an ihre Stelle tritt.

Angst anzunehmen ist der Moment, in dem Angst sich augenblicklich in Liebe verwandelt.

Liebe ist die innere Haltung, in der man sich aus dem Kreislauf des Kampfes begibt und seine Ganzheit und Vollkommenheit erkennt. In Liebe zu handeln, ist Handeln aus dem Herzen und niemals falsch.

In der Liebe erhält Veränderung den Ausdruck von Heilung. Diese Heilung beginnt innen und setzt sich nach außen fort. Heilung innen ist Heilung außen.

Dieser Prozess vollzieht sich in der holografischen Struktur des Universums. Was in einem Teil des Ganzen geschieht, geschieht auch im Ganzen.

Überzeugungen und Glaubenssätze sind wie Wolken, die kommen und gehen. Sie gehören zur Peripherie, aber sie berühren niemals das Zentrum. Das Zentrum ist Bewusstheit, in der es keinen Kampf gibt. Ein anderes Wort für Bewusstheit ist Meditation.

Meditation ist Heilung und damit Veränderung aus der Kraft des Herzens.

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