Ego, ein Angst-Junkie

Darüber, dass es ein „Ego“ als Subjekt oder Wesen tatsächlich gar nicht gibt, sind sich die meisten im Klaren. Trotzdem übt es bisweilen tyrannische Macht über Menschen aus und das, obwohl es doch lediglich ein Sammelsurium aus Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätzen ist, mit denen man sich identifiziert. Die Identifikation ist dabei wohl so etwas wie ein Katalysator. Ohne Identifikation wären Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätze schlicht und einfach als Gedanken vorhanden und würden nicht die Form eines eigenständigen Subjektes oder Wesens annehmen, das als „Ich“ nach der Macht greift und Dummheiten begeht.

Da die Grundeigenschaft des „Ego“ Angst ist, bemächtigt es sich der eigenen Gedanken, die sich dann wiederum mit der Angst beschäftigen. „Ego“ beschäftigt sich also mit sich selbst. Angst bekommt viele Kinder. Da ist die Gier, der Neid, der Hass und natürlich die Angst vor dem Alleinsein und vor dem Tod.

Alles unternimmt das „Ego“ um seine Ängste im Zaum zu halten und zu betäuben. Es versucht, sich vieler Dinge und anderer Menschen zu bemächtigen. Im Besitz vieler Dinge und mit der Kontrolle über Menschen fühlt sich „Ego“ größer und sicherer und das Festhalten daran gibt ihm das Gefühl, dadurch nicht in einem Meer aus Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit unter zu gehen. Es vermittelt einen Hauch Ewigkeit. Das Groteske am Ego ist, dass es genau diese Angst, die es zu betäuben versucht, braucht, um zu überleben.

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“, soll Jesus gesagt haben.

Mit dem „Reichen“ wird er denjenigen gemeint haben, der Reichtum, Besitz  und Macht zur Betäubung seiner (Lebens-)Angst benötigt. Mit dem „Reich Gottes“ wird er Glück und letztendliche Erfüllung gemeint haben, die nur ohne Angst zu erreichen sind.

2 Antworten zu “Ego, ein Angst-Junkie

  1. Danke für diesen Artikel. Ich beschäftige mich auch gerade mit meiner Angst und versuche durch Meditation an die Wurzeln meiner Angst zu gelangen. Ich finde es interessant, dass du schreibst, die Grundeigenschaft des Egos sei Angst. Denn genauso fühlt es sich gerade an.

  2. Wir leben täglich mit einem unglaublichen Irrtum.
    Was sind zeitlose Werte im Leben und warum sollte wir uns auf solche stützen ?
    Zielweisender Gedanke hier ist, dass eine nützliche, allem zugrunde liegende Wahrheit immer und überall dieselbe sein muss,um eben das zu sein. Sie ist ungeboren, zeitlos und ihr kann weder etwas hinzugfügt werden, noch beschädigt werden.
    Dem Wesen nach ist sie wie der Raum, der alles durchdringt, was ist und nicht ist. Man weiss zwar viel über die Erscheinungen der bedingten Welt und jeder denkt, er erlebe seinen Alltag unausweichlich . Aber wenige schauen auf den Erleber der Dinge. Das Sorgen und Leid als unausweichlich erscheinen, stellt sich als unglaublicher Irrtum heraus. Unwissend halten wir unsere Fähigkeiten für ein „Ich“ und was erlebt wird für ein“Du“.
    Durch diese Trennung enstehen alle uns bekannten störenden Zustände. Das was durch unser Augen sieht und durch unsere Ohren hört ist dem Wesen nach furchlos und freudevoll dauerhaft. Nicht durch hinzufügen einer neuen Religion oder Philosophie wird dies zur Erfahrung , sondern durch die Auflösung
    dieses folgenschweren Irrtums unseren eigenen Geist als schwierig zu erfahren und das daran nichts zu ändern sei.
    Dieses Auflösen unserer einengenden Vorstellungen geschieht
    in dem Moment, wo wir realisieren, dass wir in unserm Wesen freudevoll und frei sind, dauerhaft. Frei davon uns ständig mit negativen Eigenschaften identifizieren zu müssen. Der Zwang zum kreieren fällt ab da weg. Den Zustand in unserem Leben zu verwirklichen ist es wert-und seit Menschengedenken ist das Mittel dazu Meditation. Ein Geschenk des Geistes an sich selbst.
    Wenn Anhaftung,Stolz und Zorn sich lösen, zeigen sie sich als Weisheit und unser Geist befreit sich selbst

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