Meditation verändert den Blick (1)

An manchen Tagen fällt es mir schwer meditativ zu sein. Dann gibt es Gedanken und Ängste, die sich meiner inneren Welt aufdrängen. Dann erschaffen sie einen Filter der Wahrnehmung, der in der Hauptsache die Dinge und Ereignisse meiner äußeren Welt erkennbar werden lässt, die meinen Gedanken und Ängsten entsprechen und ich verfalle in Abwehrhaltung und beschäftige mich mit Sorgen.

Es ist eine der fundamentalsten Wirkungsweisen von Meditation, sich dieses Prozesses bewusst zu werden. Ebenso fundamental, wie Bewusstwerdung, ist die Entscheidung, nicht gegen den Prozess anzukämpfen, der Gedanken in den Vordergrund schiebt, Ängste erschafft und an Sorgen modelliert. Bewusstwerdung ist die Erkenntnis, dass Gedanken, Ängste und Sorgen energetische Strömungen sind, die durch mich hindurchziehen.

Mein Selbstverständnis, mein Selbstbild, meine Geschichte, womit „Ich“ sich identifiziert, braucht Sorgen, Gedanken und Ängste wie mein Körper die Luft zum Atmen.

Ohne Sorgen, Gedanken und Ängste fehlte meinem „Ich“ die überzeugte Vorstellung seiner Trennung vom Ganzen. Ohne die überzeugte Vorstellung des Getrenntseins hätte „Ich“ keine Identität. Es ist das Feindbild des Todes.

Die menschliche Sprache in Wort und durch den Ausdruck ihrer Körper und durch ihr Handeln, kommuniziert mit Gedanken, Sorgen und Ängsten.

Begebe ich mich in die freie Natur, in die Gesellschaft von Tieren und Pflanzen, beobachte ich den Nachhall der Gedanken, die sich schnell beruhigen. Die Natur ist ein Zen-Meister. Vögel sind Zen-Meister. Eine Blüte ist ein Meer aus Stille ohne Gedanken, Sorgen oder Ängste.

In dieser Betrachtung wird mir sehr schnell klar, dass Gedanken, Sorgen und Änsgte vergängliche Ströme sind, die erst durch meine Identifikation mit ihnen lebendig werden und lebendig bleiben können.

Meditation verändert den Blick und lehrt mich, meinen Blick von der zwanghaften Fixierung des „Ich“ auf Gedanken, Sorgen und Ängste abzuwenden und stattdessen mit aller Aufmerksamkeit der Stille in mir selbst zu lauschen.

Eine Antwort zu “Meditation verändert den Blick (1)

  1. unsere gedanken sind lediglich ein produkt von uns selbst, sie sind nicht unsere idendität, so, wie wir sorgen und ängste produziert haben, können auch NUR wir diese wieder zum stillstand bringen oder beseitigen.
    24 stunden lang in ständiger meditation ist perfekt, d.h. bewusstsein über das ich, Zen als beispiel ist bestens geeignet, das zu praktizieren, ich sitze, ich schlafe, ich esse, ich gehe einkaufen, ich fahre auto, ich arbeite, ich denke nach, ……. ich lebe, ich liebe…

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