Archiv der Kategorie: Spirituelles

Bewusstsein?

Immer wieder habe ich mich gefragt, was „Bewusstsein“ denn eigentlich ist?
Was ist Gefühl und Gedanke und welche Rolle spielt der Körper?
Bei meiner heutigen Morgenmeditation kam unvermittelt ein Stück Klarheit angeflogen.

Demnach ist mein „Selbst“ zunächst einmal grundsätzlich körperlos. Es ist ein komplexes Gebilde aus unterschiedlichen energetischen Schwingungen, das für sich alleine (ohne Körper) nicht wahrnembar ist, aber veränderlich und im Ganzen unvergänglich ist.

Gedanken und Gefühle bilden in bestimmten, von außen erregten Situationen einzelne Teile innerhalb des komplexen „Selbst“-Gebildes ab (ist in solchen Situationen wohl das, was man mit Resonanz meint).
Ähnliche Gebilde, die von außen auf mich treffen, sammeln sich im Raum des „Bewusstseins“ und werden danach auf Körperebene spürbar. „Bewusstsein“ ist eine Projektionsfläche. Sie bildet nicht nur ab, sondern sie reflektiert ebenso und bietet den Raum, in dem neue energetische Gebilde entstehen können.

Mein Körper ist der unspektakulärste Teil des Ganzen. Er gleicht einem Partikel, der von Licht angestrahlt wird. Beim Auftreffen wird zunächst unsichtbares Licht in der Form des Partikels sichtbar.
Ebenso macht mein Körper energetische Gebilde spürbar, gibt ihnen Form und Qualität (Gefühl, Gedanke, körperliche Empfindung).

Auch auf Körperebene ist „Bewusstsein“ lediglich der völlig neutrale Raum, in dem sich Ereignisse nur abspielen. In ihm interagieren energetische Gebilde miteinander und werden nach außen gespiegelt.
„Bewusststein“ ist also vergleichbar mit einem Arbeitsplatz, der selbst nichts herstellt, aber den Raum für Kreativität bietet.

Insofern ist „Universum“ gleichzusetzen mit Bewusstsein. Es ist der Raum, in dem sich Ereignisse abspielen.

Wie oben, so unten, wie unten so oben, wie innen so außen, wie außen so innen…..

Unterschied zwischen Emotion und Gefühl

Vor einiger Zeit hatte ich hier schon einmal etwas zu diesem Thema geschrieben.
Mittlerweile hat sich für mich für die beiden Begriffe, Emotion und Gefühl, eine etwas differenziertere Definition ergeben!

Demnach ist ein Gefühl ein im Körper empfundener Gedanke. Ein Gefühl geht also auf einen Gedanken zurück, der nicht (oder noch nicht) intellektuell erfasst wurde, sondern sich auf der Körperebene als Empfindung zeigt.

Der Psychologe Eugen T. Gendlin prägte dazu den Begriff Felt Sense:
Ein Felt Sense ist die körperliche Wahrnehmung eines bestimmten Problems oder einer bestimmten Situation.
Ein Felt Sense ist keine Emotion. Wir kennen Emotionen. Wir wissen, wann wir wütend, traurig oder fröhlich sind.
Einen Felt Sense erkennen Sie nicht sofort, er ist vage und unklar. Er ist die körperlich gespürte Bedeutung eines Problems oder Themas.
(Eugen T. Gendlin, Focusing)

Ein Gefühl ist zunächst einmal frei von Wertung, da der urteilende Intellekt nicht beteiligt ist.
Erst wenn Urteil und Wertung durch meinen Intellekt hinzukommen, entsteht daraus eine Emotion. Ein Gefühl, das als angenehm oder unangenehm empfunden wird, ist eine Emotion. Die Reaktion auf ein Gefühl macht es zur Emotion. So ergeben sich für Emotionen auch Etikettierungen, die es für ein Gefühl noch nicht gibt: Wut, Zorn, Neid, Angst, Begierde, Scham, Trauer, usw.

Oft ist der Übergang von Gefühl zu Emotion fließend und unbewusst, da sich der Intellekt sehr rasch mit dem aufkommenden Gefühl befasst.

Bin ich sehr achtsam gegenüber mir selbst, wie das während meditativer Übung geschehen kann, ist es mir möglich, ein aufkommendes Gefühl zu erspüren und wertfrei anzunehmen, ohne dass es sich in eine nach außen gerichtete Emotion verwandelt.

Der Frieden wartet hinter den Worten

Menschen, die etwas zum Frieden in der Welt beigetragen haben, benutzten zwar auch Worte, um ihre Botschaft weiter zu tragen, aber was durch diese Menschen wirkte, waren weniger die Worte, als vielmehr das was diese Menschen in ihrer Persönlichkeit „ausstrahlten“.

Insofern könnte man behaupten, dass Botschaften auch mit wenig Worten ihre Empfänger wirkungsvoll erreichen.

Ist das so?

Bei einem Workshop für Meditation zusammen mit dem indischen Meister Sri Sri Ravi Shankar wurde eine dahingehende Frage von ebendiesem dementsprechend beantwortet.

Wirksam ist das was ich bin und nicht vorrangig das was ich sage.
In der Tat:  Kommunikation besteht aus mehr als aus Worten. Dazu gesellen sich Aspekte der Körpersprache, wie Mimik, Bewegung, die für unsere Sinne mehr oder weniger bewusst registrierbar sind. Darüber hinaus aber dürften „feinstoffliche Schwingungen“ wirksam sein, die über das sinnlich Erfahrbare hinausgehen und dennoch ist unser Unterbewusstsein für diese empfänglich.

Man kann daraus durchaus den Schluss ziehen, dass sich unser kollektives  Menschsein in einem Kommunikations-Konflikt befindet, der dadurch entsteht, dass wir uns vorrangig auf Sprache verlassen und diese in den Fokus unserer Wahrnehmung rücken, und dass wir verlernt haben, auf unsere feine innere Stimme zu lauschen.
Diese – die innere Stimme – macht sich als Gefühl bemerkbar, die es zu „übersetzen“ gilt!

Wieviel Erfahrung und Weisheit haben wir Menschen der modernen westlichen Kulturen im Umgang mit unseren Gefühlen? Wie interpretieren wir sie und für wie wichtig halten wir sie?

Wie oft erleben wir, dass sensible Menschen einer Person ablehnend begegnen, deren Rede wir selbst als plausibel, sympathisch und schlüssig erachten?
Es dürfte an den „feinen Schwingungen“ liegen, die uns selbst entgangen sind, weil wir uns lediglich auf den Inhalt des gesprochenen Wortes fixiert hatten.

Viele werden sich erinnern, dass ein mit vielen Menschen gefüllter Raum von einer spezifischen Stimmung erfüllt sein kann. Diese kann beruhigend, vitalisierend, unangenehm gereizt oder von einer beliebig anderen Qualität sein.
Feststellbar ist dabei nur, dass es „einfach so ist“, ohne dass erklärbare Gründe dafür zu nennen wären.

Schon seit langer Zeit weiß man, dass das menschliche Unterbewusste einen großen Anteil an unserem Leben hat. Seit Sigmund Freud dürfte uns das unmissverständlich klar sein.

Vielleicht haben die Konflikte unserer Zeit einen bislang für uns verborgenen Sinn?
Vielleicht liegt der Sinn darin zu erkennen, dass wir uns selbst nicht verstehen und unsere Worte und unsere Präsenz unterschiedliche Botschaften vermitteln, die zu Verwirrung beim Empfänger führen. Dies dürfte sich im individuellen Rahmen ebenso verhalten, wie auf international politischer Ebene.

Das bis hier Spekulierte könnte die Vermutung aufkommen lassen, dass der für 2012 angekündigte mystisch anmutende „Paradigmenwechsel“ weit mehr mit jedem Einzelnen zu tun hat, als man zu glauben traut…..

Das Buddha-Prinzip

Als der Buddha noch kein „Buddha“ war, bemerkte er beim Gehen, dass er einen Schritt unbewusst gegangen war. Also ging er ein paar Schritte zurück und ging den selben Weg noch ein Mal in bewusster innerer Haltung.
An diese Anekdote erinnere ich mich sehr oft. Fast täglich.
Vielleicht auch deshalb, weil Siddharta’s kompromisslose Konsequenz nahezu überzogen rüberkommt.

„Wer Erfolg hat, hat Recht“, sagt man heute und aus Siddharta’s Kompromisslosigkeit erfolgte seine Erleuchtung, was mit innerem und äußerem Frieden gleichzusetzen ist.

Würden wir heute alles (jeden Tag mehr) kompromisslos bewusst tun, sähe unser Leben und damit unsere Welt um ein Vielfaches friedlicher und glücklicher aus.
Vieles würden wir nicht brauchen, nicht tun und nicht wollen. Vieles würden wir wertschätzen, was unserer Aufmerksamkeit entgangen ist. Die vielen winzigen Details des Alltags würden sich in atemberaubende Geschenke der Freude verwandeln, weil wir wüssten, dass wir sie selbst ins Leben gerufen hatten.
Die großen Ereignisse in der Welt würden wir als Zeichen unserer kollektiven Schöpferkraft erkennen

Ganz sicher „leben“ wir in einer Ära der Bewusstlosigkeit, zu der wir uns bis heute selbst entschieden haben.

Alte Strukturen

Alte Strukturen zerbrechen physisch von außen nach innen. Spirituell verwandeln sie sich von innen nach außen.

Stille

Innere und äußere Stille gehört zum absolut Wichtigsten im Leben!
Nur dann kann ich die nahezu lautlosen Gedanken hören, die es in mir denkt. Sie sind heute die Samen für das, was ich morgen sein werde!

Herz und Verstand

Das Herz entscheidet sich immer für Totalität. Es macht keine halbe Sachen und dabei strebt es das intensivst mögliche Erleben an. So ist meine Erfahrung. Herz und Verstand existieren in einer ganz „unterschiedlichen Kultur“. Während der Verstand sich immerzu an Sinn, Zweck und Ergebnis orientiert, stürmt das Herz in die Richtung der lebendigsten, intensivsten und freudvollsten Erfahrung.
Erst hinterher stellt der Verstand fest, dass aus dieser Erfahrung Kraft, Sinn und Freude entstanden sind.

Die kopflose himmlische Liebe

Versucht man, sich die Reinform von Liebe vorzustellen, erinnert man sich vielleicht an Begebenheiten und Szenarien, bei denen sie im Spiel war. Sie selbst, in ihrer Reinform, hat kein eindeutiges Gesicht, keine Form und ist keiner bestimmten Persönlichkeitsstruktur zuzuordnen.
Insofern könnte die Liebe die Gattin Gottes sein, der ebenso im Unsichtbaren agiert und seine Kreationen lediglich als Spur seiner Existenz hinterlässt.

Was die Liebe angeht, so ist es erstaunlich, dass sie selbst denjenigen gewogen ist und diese unterstützt und pflegt, die menschlicher Beurteilung nach Schlechtes und Liebloses tun.

Ist sie von den Wesen auf dieser Erde so verschieden, dass sie sich für menschliches Empfinden so widersprüchlich verhält?

Ganz ohne Zweifel ist die Liebe sehr intelligent. Sie weiß, dass es nichts Böses gibt, sondern dass es nur Verirrungen sind, die geschehen können, wenn sie selbst – die Liebe – aus dem Blickfeld geraten ist.

Die Liebe weiß, dass sogenanntes Böses nur von ängstlichem Denken erdacht und von diesem Denken in eine Form gebracht und als wahr angenommen wird.
Insofern scheint düsteres Licht auf menschliches Denken, das offenbar alles das zu erzeugen imstande ist, was die Liebe nicht ist.

Es scheint, dass Denken anfällig dafür ist, das Gegenteil von Liebe zu erzeugen.
Als Gegenteil der Liebe bezeichnet man die Angst, die, ebenfalls wie die Liebe, selbst kein Gesicht besitzt. Sie zeigt sich in ihren Manifestationen wie der Gier, der Gleichgültigkeit, dem Misstrauen, der Trennung, der Ablehnung, der Anklage und der Verurteilung.

Weiter betrachtet, scheint menschliches Denken überhaupt erst die Voraussetzung für die Existenz und das Erkennen von unvereinbaren Gegensätzen zu sein, die sich im Augenblick der Liebe aber wieder zur Einheit vereinen, als seien sie nie getrennt gewesen.

Blendet Liebe das Unvereinbare und das Böse aus? Ist sie kopflos und naiv?
Oder ist sie die verborgene himmlische Wahrheit im Schatten der Dämonen menschlicher Gedanken?

Menschliches Denken kann nicht anders, als sich in Gegensätzen zu verlieren, denn es ist ein Werkzeug in der unvermeidlich gegensätzlichen Welt der Materie, die als eine Facette von vielen des Daseins im angstvollen Kampf mit der Vergänglichkeit und um Überleben verstrickt ist.

Was ist die Alchemie der Liebe, die es versteht, Gegensätze zu einem Ganzen zu vereinen?
Wo ist ihre himmlisch vereinte Welt, während sich die menschliche Welt in Gegensätzen und Trennungen verliert?

Die Buddhas der Menschheitsgeschichte hatten die Alchemie der Liebe verstanden und sie hatten erkannt, dass die menschliche Welt der Gegensätze lediglich der Schein einer vom Denken projizierten Betrachtungsweise ist, auf die sich Menschen in kollektivem Irrtum als Wahrheit verständigten.

Ist die Welt der Liebe die eigentliche Wahrheit, die hinter einer Maske der Täuschungen und Irrtümer verborgen ist? Sind Vergebung, bedingungsloses Annehmen, sorgsame Pflege, Geben ohne Erwartung, Mitgefühl, Verständnis, Ausgleich, die Erkenntnis des Einsseins, das Sein im Jetzt, das Nähren innerer und äußerer Schönheit – die in tiefstem inneren und äußeren Frieden Ausdruck finden – das eigentliche Muster der Wirklichkeit?

Ist die menschliche Welt des Kampfes, der Rache, der Missgunst, das Hadern mit Vergangenem und die Sorge um das Zukünftige ein über die Jahrtausende zu Stein gewordenes Trugbild?

Was hält den Denker davon ab, seine Betrachtungsweise zu verändern?
Es ist die Angst vor der Vergänglichkeit, vor Verlust und vor Niederlage, die den menschlichen Urvätern um des Überlebens einer fragilen Art Willen eingepflanzt wurde und die sich bis zum heutigen Tag unbeachtet über die Generationen im Denken erhalten hat.

Angst und Denken sind Teile, die sich gegenseitig suchen und voneinander abhängig sind. Beides sind sie Teile, denen das Festhalten gemein ist.
Ein Attribut der Liebe ist das Loslassen, das aber nur geschehen kann, wenn die angstbesetzten, unterbewussten Muster menschlichen Denkens die Oberhand verlieren.

„Das Universum fährt Rad…“

…oder: das Universum geht zu Fuß.
Oder: Das Universum wischt den Boden.
Oder: Das Universum atmet.

Es gäbe endlos viele, ähnliche Beispiele.

Zen-Meister haben solche Beispiele angeführt, aber ich hatte sie nie „verstanden“. Sie waren zu lapidar, zu wenig kompliziert, um eine verborgene Weisheit zu beinhalten.

Wenn sich im Alltag Gelegenheiten bieten, mit einem alltäglichen, vertrauten Tun Meditation einzuladen, kann es immer öfter passieren, dass der Körper mit all seinen Funktionen und Helfern die ganze Arbeit für mich übernimmt und ein unbeteiligter Beobachter zurückbleibt, der über die Leichtigkeit der Arbeit aus dem Staunen nicht mehr herauskommt.

Wer „fährt da Rad“, wer „atmet“? Wer lässt die Blüten der Blumen sprießen, wer lässt das Herz schlagen, wer hält die Planeten auf seinen Bahnen?

Diese Instanz, nach der ich hier mit einem „wer“ frage, ist überall vorhanden – vom Molekül, über Galaxien, bis hin zu komplexen biologischen Systemen.

Nein, „ich“ bin es nicht, der „Rad fährt“. Auch bin „ich“ nicht der, der das Herz schlagen lässt und „ich“ bin nicht der, der atmet.

„ES“ tut alles das und der unbeteiligte Beobachter ist „ES“, das sich bei seinem Tun selbst erfährt.

Eine meditative Erfahrung ist die Erfahrung von Göttlichkeit und sie ist das Gewöhnlichste und zugleich Machtvollste, was erfahren werden kann.

Liebe und Angst

Als körperliches Wesen bin ich an die Dualität gebunden: an das Für und Wider, an das Gut und Böse, an Tod und Geburt, Liebe und Angst….
Zwar kann ich der Gegensätzlichkeit der Dualität nicht entfliehen, aber ich kann mich entscheiden, in welche Richtung ich gehen will. Das ist meine Freiheit.  Ich habe die Freiheit der Wahl.

Vor vielen Jahren hatte ich mich der Herausforderung der Gegensätze gestellt, indem ich meine Geburt gewählt hatte.

Mit meiner Geburt in die Körperlichkeit brachte ich – so wie jedes Kind –  die Erinnerung an Körperlosigkeit und Einheit mit, in der es keine Dualität gibt.
Ich hatte es – so wie jedes Kind –  aus Liebe getan, weil es die einzige Form von Bewusstsein war, die ich jemals kannte. Es war mein freier Wille.

Während der Jahre nach meiner Geburt überschüttete mich das Leben mit Erfahrungen, die mich lehrten, was Gegensätze sind.
Aber auch mein neuer Körper erinnerte sich. Offenbar war er gar nicht ganz so neu. Er erinnerte sich an Vergänglichkeit und ließ mich spüren, was Zeit ist. Mein kleiner Körper war tatsächlich ein Archiv aus Erinnerungen Tausender körperlicher Wesen vor mir. Das war faszinierend!

Das Verhalten der Menschen, die schon länger hier waren, deckte sich sehr genau mit dem, an was sich mein neuer, kleiner Körper erinnerte: es war das Gefühl der Angst.

Als körperliches Wesen hatte ich die Angst kennen gelernt. Ich sah die Angst Tag für Tag in den Augen der Erwachsenen und ich erfuhr, wie viele Ausdrucksformen die Angst haben konnte. Sie ließ die Menschen neidisch, eifersüchtig, gierig, herschsüchtig, einsam, egoistisch, traurig und gewalttätig gegen sie selbst und andere sein.
Alle diese Ausdrucksformen fand ich mit der Zeit auch bei mir und ich dachte, dass man ihnen als körperliches Wesen niemals entfliehen könne.

Viele, viele Jahre später sagte mir jemand, dass ich Angst akzeptieren müsse. Sie sei ein untrennbarer Bestandteil menschlicher Existenz.
Die Liebe hätte mich hierher gebracht. Ich sei aus ihr gekommen, aus Einheit, Glückseligkeit, aus Überfluss ohne Mangel, ohne Leid.

Warum aber hätte sie mich hierher in ein Jammertal schicken wollen?

Dieser Jemand sagte mir dann auch, dass ich hier – wie jeder Mensch – eine Aufgabe habe.
Diese Aufgabe sei, mich wieder an mich selbst zu erinnern.
Zwar hätte ich in der Körper- und Zeitlosigkeit vor meiner Geburt in einem Raum existiert, den man allumfassende Liebe nennt, aber diese Liebe brauche – um wirklich bewusst und lebendig zu werden – jemanden, der sich für sie entscheidet!
Wenn man sich entscheiden soll, braucht man Möglichkeiten der Wahl.

Als körperliches Wesen habe ich die Angst als Gegenteil zur Liebe kennen gelernt und kann nun bewusst wählen.
Wähle ich die Liebe, werde ich mich an mich selbst erinnern und den Ausdrucksformen der Angst alle Macht nehmen.

Viele nennen dies ‚Erlösung‘.
Manche nennen es ‚den Himmel auf die Erde bringen‘.

Essenz und Intelligenz

Zweifellos ist Gaia, unsere Erde, ein Wesen von großer Intelligenz und alle ihre Kinder sind Erben dieser kosmischen Intelligenz.

Intelligenz ist ja schließlich kein Potential, über das nur der Mensch verfügt. Einzigartig ist am Menschen nur, dass ihm Intelligenz im Zusammenhang mit Denken bewusst wird.

Betrachtet man Lebewesen in Bezug auf ihre Eigenschaften und Fähigkeiten, darf man durchaus einen kreativen und intelligenten Schöpfergeist dahinter vermuten, der seine Schöpfungen ohne Computer und Technikerwissen zur Welt brachte.

Sicher kann man sagen, dass Intelligenz die Essenz des Lebens ist, und dass sie nicht nur im Prozess des Denkens zum Ausdruck kommt, sondern sich im freien Fluss des Lebens auf freudvolle Weise zeigt. Liebe ist der freie und freudvolle Fluss des Lebens. Er ist die Bejahung dessen was ist ohne zu bewerten oder zu trennen oder zu spalten. Die Essenz des Lebens ist das Angebot immer neuer Chancen und Möglichkeiten ohne sich von Altem abzuwenden, sondern es ist die Zuwendung zum Neuen.

Liebe ist auf diese Weise spielerisch und unernst, sorglos und unerschütterlich vertrauensvoll.

Essenz und Intelligenz beobachtet man ganz besonders bei Kindern, die auf spielerische Weise ihre Welt erkunden, bis sie von ihren Eltern mit der Welt der Sorgen und Zweifel konfrontiert werden.

Das Herz denken lassen

Gedanken, die sich immer wieder aufdrängen und manchmal sogar bis in den Schlaf folgen, sind richtige Quälgeister!

Warum sollte man da nicht auch einmal das Herz als Entscheidungshilfe heranziehen?!

Durch die Beanspruchungen des Alltags bei der Arbeit und im Privatleben, ist man immerzu mit äußeren Dingen beschäftigt und verliert den Kontakt zu sich selbst. Der Kopf arbeitet auf Hochtouren, aber mit ihm stellen sich auch Zweifel ein und man kommt oft zu keinem befriedigendem Ergebnis.

Da ist es gut, wenn man zur Ruhe kommen kann und den Kontakt zu sich selbst wieder findet.

Eine kleine Übung:

Lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen inneren Körper. Betrachte und fühle dich von innen und beobachte die Energien, die in dir kursieren. Man kann dabei sehr schön in sich selbst umherwandern – von oben nach unten und wieder zurück. Wichtig ist, an aufkommenden Gedanken nicht hängen zu bleiben. Sie haben jetzt keine Wichtigkeit.

Eine anfängliche, innere Unruhe, legt sich im Laufe der Betrachtung. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf dein Herz! Spüre die Energien, die dort sind. Beobachte sie, ohne darüber zu urteilen.

Dann lasse einen Gedanken, der dich sehr beschäftigt, vom Kopf hinunter zu deinem Herzen sinken und warte einfach ab!

Möglicherweise wird es dich überraschen, was dein Herz dir antwortet. Sehr oft wird es dir raten, abzuwarten und zur Ruhe zu kommen, einfach erst einmal genau hier und nur jetzt zu sein. Wenn Tränen kommen wollen, dann lasse sie kommen. Sie werden dich leichter machen.

Das Herz wird in dir viel Vertrauen aufkommen lassen und du wirst es vielleicht genießen können, einen Schritt nach dem anderen zu tun und dabei viel Ruhe finden.

Abnabeln von der Angst

  • Wer Angst hat, sucht nach Halt.
  • Wer Angst hat, kann nicht loslassen.
  • Wer Angst hat, schaut weg.
  • Wer Angst hat, kann nicht lieben.
  • Wer Angst hat, leugnet die Realität.
  • Wer Angst hat, sucht Trost in Ablenkung.

Tatsächlich ist Angst so etwas wie eine Seuche, mit der Menschen schon von Kindheit an infiziert werden.

  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst vor Strafe
  • Angst vor Krankheit
  • Angst vor dem Tod

Die Auswirkungen von Angst werden von Kindheit an als selbstverständlicher Aspekt des Lebens akzeptiert. Es entsteht ein Automatismus, Angst zu ertragen und zu kompensieren und viele erlernen darüber hinaus Fertigkeiten darin, Angst auszulösen und sie als Werkzeug gegen andere zu benutzen.

Natürlich ist Angst ein Teil des Menschseins. Denn Angst ist Resultat des Denkens und Denken ist eben menschlich.

Denken beurteilt nach Für und Wider, es wägt ab und kalkuliert und immer hat eine angestrebte gute Lösung auch ein Gegenteil. Jeder Erfolg wirft den Schatten des möglichen Misserfolgs. Je wichtiger der Erfolg bewertet wird und je mehr daran festgehalten wird, desto stärker wird die Angst vor Misserfolg.

Das Leben, das Göttliche, das Sein geht seinen Weg und kümmert sich nicht um menschliche Gedanken. Sie hinken dem Leben hinterher ohne es jemals zu erreichen. Das Denken verpasst das Leben und seine Göttlichkeit.

In der Lücke zwischen Gedanken gibt es keine Angst und keinen Misserfolg. Im gedankenfreien Raum fließt das Leben mit allen seinen Möglichkeiten, ohne dass Tod jemals eine Rolle spielen würde. Tod existiert nicht einmal. Weder als Möglichkeit, noch als Realität.

Wie innen so außen?

Die Antwort auf diese Frage, ob das Innere dem Äußeren entspricht, dürfte keine Zweifel aufwerfen. Oder doch?

Vergleicht man beispielsweise die Organisation menschlicher Gesellschaften mit der Struktur eines menschlichen Körpers, findet man bereits ein Indiz für die Entsprechung von Innen und Außen.

Die Menschen einer Volksgemeinschaft entsprechen den Zellen des Körpers. Die Organe des Körpers sind spezialisierte Zellverbände, die spezialisierten Firmen oder Organisationen entsprechen. Die Zellen des Gehirns sind die Zentrale, die einer Regierung entspricht.

In einem gesunden Körper kennt und erfüllt jede Zelle ihre Aufgabe. Sie tut es zum Wohle der Zellgemeinschaft und letztlich dadurch auch für sich selbst, weil ihr eigenes Überleben und ihre Entwicklung von der Gesundheit der Gemeinschaft abhängt.

Sowohl in Gesellschaften, als auch in der Zellgemeinschaft eines Körpers, gibt es Individuen, die vom Prinzip der Kooperation abweichen und eigene Systeme bilden. Sie profitieren dabei von der Kraft der gesunden Mitglieder, werden immer stärker und größer und schwächen die Gemeinschaft und bringen sie sogar zu Tode.

Befällt es den Körper, nennt man es Krebs. Befällt es eine Gesellschaft, nennt man es vielleicht Korruption, Dekadenz, Profitsucht, Machtgier oder anders.

Noch offensichtlicher ist die Entsprechung, wenn man die Organisation eines Ameisenstaates betrachtet. Er funktioniert praktisch wie ein einziger Körper.

Vielleicht könnte man einer Körperzelle die Frage stellen, was sie unter „Selbstverwirklichung“ versteht oder was sie unter Glück versteht. Ich vermute nicht, dass eine (egoistische) Krebszelle glücklich ist. Glückliche Zellen leben und arbeiten für einen gesunden und glücklichen Körper, weil sie sich als „der Körper“ verstehen.

Vielleicht würde eine Zelle antworten: „Alle  Zellen mögen glücklich sein!“

Als Mensch würde man sagen: „Alle Wesen mögen glücklich sein!“ und „mit meinem Blick auf eine gesunde und glückliche Gemeinschaft der Wesen, entsteht als bedingungslose Begleiterscheinung mein eigenes Glück.“

Ego, ein Angst-Junkie

Darüber, dass es ein „Ego“ als Subjekt oder Wesen tatsächlich gar nicht gibt, sind sich die meisten im Klaren. Trotzdem übt es bisweilen tyrannische Macht über Menschen aus und das, obwohl es doch lediglich ein Sammelsurium aus Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätzen ist, mit denen man sich identifiziert. Die Identifikation ist dabei wohl so etwas wie ein Katalysator. Ohne Identifikation wären Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätze schlicht und einfach als Gedanken vorhanden und würden nicht die Form eines eigenständigen Subjektes oder Wesens annehmen, das als „Ich“ nach der Macht greift und Dummheiten begeht.

Da die Grundeigenschaft des „Ego“ Angst ist, bemächtigt es sich der eigenen Gedanken, die sich dann wiederum mit der Angst beschäftigen. „Ego“ beschäftigt sich also mit sich selbst. Angst bekommt viele Kinder. Da ist die Gier, der Neid, der Hass und natürlich die Angst vor dem Alleinsein und vor dem Tod.

Alles unternimmt das „Ego“ um seine Ängste im Zaum zu halten und zu betäuben. Es versucht, sich vieler Dinge und anderer Menschen zu bemächtigen. Im Besitz vieler Dinge und mit der Kontrolle über Menschen fühlt sich „Ego“ größer und sicherer und das Festhalten daran gibt ihm das Gefühl, dadurch nicht in einem Meer aus Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit unter zu gehen. Es vermittelt einen Hauch Ewigkeit. Das Groteske am Ego ist, dass es genau diese Angst, die es zu betäuben versucht, braucht, um zu überleben.

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“, soll Jesus gesagt haben.

Mit dem „Reichen“ wird er denjenigen gemeint haben, der Reichtum, Besitz  und Macht zur Betäubung seiner (Lebens-)Angst benötigt. Mit dem „Reich Gottes“ wird er Glück und letztendliche Erfüllung gemeint haben, die nur ohne Angst zu erreichen sind.