Meditation: Zeuge göttlicher Kreativität sein

Schon so oft hat mein Verstand gefragt, wer oder was diese Welt erschaffen hat. Wer oder was besitzt die Intelligenz, das Wunder des Lebens in seinen unbeschreiblich reichhaltigen und schönen Formen zu gestalten? Wie von Zauberhand entstehen neue Formen, passen sich an ihre Umgebung an und schaffen ein Gleichgewicht miteinander.
Die Intelligenz menschlicher Gehirne wäre aufs Äußerste gefordert, nur annähernd ebenbürdige Techniken und Kniffe nur zu ersinnen, wie es die göttliche Intelligenz versteht, Lebensformen in solcher Vollkommenheit, Vielfältigkeit,  Schönheit und Anpassungsfähigkeit zu erschaffen.

Meditative Techniken, von denen es so viele geben mag, wie es Menschen auf der Erde gibt, sind eine Hilfe, um die eigene innere Welt zu erkunden, in der sich die Kreativität Gottes spiegelt. Die Erfahrung von Meditation, kann ein Zugang zum Verständnis göttlicher Intelligenz und Kreativität sein.

Meditation ist die Neugierde eines Kindes

Das Eintauchen in Meditation bedeutet nichts Anderes, als sich all seiner inneren gedanklichen und äußeren körperlichen Bewegungen bewusst zu sein und auf eine Ebene der Stille zu sinken, die von allen inneren und äußeren Bewegungen unberührt bleibt. Auf dieser Ebene der Stille ist letztendliches Gewahrsein ohne jede Beurteilung, ohne Vergleich, ohne Etikett.
Es ist ein offenes, empfängliches und kindlich neugieriges Aufhorchen für alles das, was geschieht.

Bewusstheit oder Klarheit, die in Meditation erwacht, ist vollkommen zwanglos. Sie kennt keinerlei Dogmen, keinerlei erlernte moralische Verpflichtungen,  Richtlinien oder Vorlieben.
Bewusstheit oder Klarheit, die in Meditation erwacht, erkennt Gedanken und Emotionen als flüchtige Schleier, die vergänglich sind wie alles Grob- oder Feinstoffliche.

Sind die Schleier durchdrungen, erhält Sehen eine neue Qualität.
Dieses neue Sehen lässt eine ganz neue Art Gedanken erkennen, die sich von verstandesgebundenen Gedanken grundlegendst unterscheiden. Ganz sicher kann man es als Sehen und Denken mit dem Herzen umschreiben. Das ist eine oft gebrauchte Umschreibung und sie trifft dafür sehr gut zu.

Verstand würde fragen: „Worüber freust du dich?“

Die Merkmale dieses Sehens und Denkens sind, dass weder Wunsch, Kritik oder Vergleich eine Seite bilden, der eine veränderungswürdige Seite der Realität  gegenübersteht. Vielmehr ist dieses Sehen und Denken als tiefe Freude zu empfinden, für die es keinerlei Gründe bedarf. Die andere Seite für den Vergleich gibt es nicht.

Diese Freude benutzt keine Objekte, auf die sie sich bezieht.

Meditative Freude ist Hingabe und Dankbarkeit

Sehen und Denken ohne die Schleier vergleichender und bewertender Gedanken, ist reinste Dankbarkeit. Ein Objekt als Bezug – in welcher Form auch immer – existiert nicht.

Sehen und Denken ohne Schleier, ist reine Hingabe an das „Göttliche Sein“, das nach vorne strebt ohne zurück zu schauen.
„Göttliches Sein“ kennt keine Gegensätze. Es kennt nur Variationen seiner Selbst in freudvoller, verspielter Bewegung und Veränderung.
Einziges Ziel göttlichen Seins ist Erfüllung durch Freude, die sich durch sich selbst bestärkt. Was von dieser Freude berührt wird, gerät selbst in Bewegung, wandelt sich und wird selbst zu Freude, die sich wiederum durch sich selbst bestärkt.

Die Schöpfung ist Lebensfreude, die sich in unzähligen Erscheinungen immer wieder neue Formen gibt…..

Meditation ist Selbsterinnerung

Meditation durchdringt die Ebenen, auf denen Gewohnheiten, Prägungen und Ängste menschlichen Lebensalltag bestimmen.

Sehr verwirrend erscheint es, dass das eigene Selbstbild, das aus Erinnerungen, Erfahrungen und Überzeugungen besteht und sich Ego nennt, an diesen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten festhält.
Es ist vor allem deshalb verwirrend, weil es das selbst dann tut, wenn Auflösung von Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten individuelles Leid und Leid anderer Wesen vermeiden würden.

Sehr wohl liegt es daran, dass das Konstrukt Ego zu nichts Anderem als zum Sammeln und Festhalten in der Lage ist. Das ist seine Natur.
In der Konsequenz erschafft Ego im Prozess des Loslassens Angst. Es erschafft sogar Angst davor, Angst loszulassen.

Es kann daher nicht wundern, dass Ego den Menschen zum Sammeln und Anhäufen von geistigen und materiellen Formen drängt. Ein Gefühl für Sättigung oder Zufriedenheit kennt es nicht.
Auch das sollte nicht wundern, denn eine Subfunktion des Ego ist Mangelbewusstsein, das niemals Ruhe gibt.

Bin ich mit meinem Ego identifiziert, identifiziere ich mich mit meinen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten und das darunter aktive Mangelbewusstsein treibt mich zum nie endenden Sammeln und Anhäufen, ohne mich jemals Befriedigung und Erfüllung erleben zu lassen.

Meditation durchdringt diese Ebene der Identifikation mit einem Selbstbild, das lediglich aus Erinnerung besteht und nichts Anderes als eine Gedankenform ist.

Selbsterinnerung ist die Erinnerung an den inneren Beobachter, der nicht mit einem Bild, einem Ideal, einer Meinung, einem Urteil oder einer Wertung identifiziert ist. Er ist reine Wahrnehmung. Er ist wie das Auge des Orkans, in dem unbeeinflusst Stille herrscht, während um ihn herum die Kräfte toben.

Liebe ist Gegenwärtigkeit

Gegenwärtigkeit ist Liebe.
Liebe ist die Bereitschaft, die Erfahrung von Gegenwärtigkeit zuzulassen.
Gegenwärtigkeit ist die Anerkenntnis dessen was ist ohne mit Vergleich und Urteil identifiziert zu sein.
Meditation ist die Erfahrung von Gegenwärtigkeit.
Meditation ist die Erfahrung von Liebe .

Meditation für die Nacht

Eine Meditationstechnik, die ich lieben gelernt habe, übe ich vor dem Einschlafen.

Oft gesellen sich verschiedenste Gedanken zu der Zeit vor dem Einschlafen. Beschäftige ich mich mit ihnen, indem ich sie verfolge, lade ich sie ein und sie werden für eine lange Weile nicht mehr gehen.
Betrachte ich sie als Wolken, deren auftauchen ich lediglich zur Kenntnis nehme ohne mich mit ihren Inhalten zu befassen, ziehen sie weiter.
Natürlich werden weitere Gedanken auftauchen, die ich ebenso zur Kenntnis nehme und weiterziehen lasse. Mit der Zeit können sie recht absurd und konfus werden und im weiteren Verlauf können sie sich zu Gedankenfetzen zerstreuen.

Gedanken sind Energiefelder, mit denen ich mich identifiziere, sobald ich mich mit ihnen befasse. Dann ist das Denken wach.  Gedanken sind nicht meine Realität. Meine Realität ist die Kenntnisnahme ihres Auftauchens. Es ist Bewusstheit, in der eine große Stille liegt, in die ich immer tiefer sinken kann.

Wenn es mir gelingt, weiter Beobachter zu bleiben, kann ich den Moment abpassen, in dem mein Körper beginnt, erste Vorbereitungen zu treffen, um vom Wachsein zum Schlaf überzugehen.

Bewusstheit ist eine Form intensiver Wachheit, in der ich nicht mit Geschäftigkeiten identifiziert bin.

Meditation verändert den Blick (1)

An manchen Tagen fällt es mir schwer meditativ zu sein. Dann gibt es Gedanken und Ängste, die sich meiner inneren Welt aufdrängen. Dann erschaffen sie einen Filter der Wahrnehmung, der in der Hauptsache die Dinge und Ereignisse meiner äußeren Welt erkennbar werden lässt, die meinen Gedanken und Ängsten entsprechen und ich verfalle in Abwehrhaltung und beschäftige mich mit Sorgen.

Es ist eine der fundamentalsten Wirkungsweisen von Meditation, sich dieses Prozesses bewusst zu werden. Ebenso fundamental, wie Bewusstwerdung, ist die Entscheidung, nicht gegen den Prozess anzukämpfen, der Gedanken in den Vordergrund schiebt, Ängste erschafft und an Sorgen modelliert. Bewusstwerdung ist die Erkenntnis, dass Gedanken, Ängste und Sorgen energetische Strömungen sind, die durch mich hindurchziehen.

Mein Selbstverständnis, mein Selbstbild, meine Geschichte, womit „Ich“ sich identifiziert, braucht Sorgen, Gedanken und Ängste wie mein Körper die Luft zum Atmen.

Ohne Sorgen, Gedanken und Ängste fehlte meinem „Ich“ die überzeugte Vorstellung seiner Trennung vom Ganzen. Ohne die überzeugte Vorstellung des Getrenntseins hätte „Ich“ keine Identität. Es ist das Feindbild des Todes.

Die menschliche Sprache in Wort und durch den Ausdruck ihrer Körper und durch ihr Handeln, kommuniziert mit Gedanken, Sorgen und Ängsten.

Begebe ich mich in die freie Natur, in die Gesellschaft von Tieren und Pflanzen, beobachte ich den Nachhall der Gedanken, die sich schnell beruhigen. Die Natur ist ein Zen-Meister. Vögel sind Zen-Meister. Eine Blüte ist ein Meer aus Stille ohne Gedanken, Sorgen oder Ängste.

In dieser Betrachtung wird mir sehr schnell klar, dass Gedanken, Sorgen und Änsgte vergängliche Ströme sind, die erst durch meine Identifikation mit ihnen lebendig werden und lebendig bleiben können.

Meditation verändert den Blick und lehrt mich, meinen Blick von der zwanghaften Fixierung des „Ich“ auf Gedanken, Sorgen und Ängste abzuwenden und stattdessen mit aller Aufmerksamkeit der Stille in mir selbst zu lauschen.

Meditation löscht die Angst

Meditation geht in die Tiefe, unterhalb dessen, was das Auge sieht und das Ohr hört.  Sie geht tiefer als das, was der Verstand erklären kann.

In der Meditation ist der Zauber einer Blüte ein Ausdruck des Ursprungs. Sie verlässt die Oberfläche der Form und wird zu purem Zauber. Dann ist sie keine Blüte mehr und der Meditierende ist nicht mehr. Die Zeit steht still.

Wenn die Zeit still steht, sind Änsgte und Sorgen verschwunden, als hätte es sie nie gegeben, denn Ängste gibt es nur, weil es Zeit gibt….

Das Leben findet einen Weg

Ein evolutionärer Schachzug ist es, körperliche Existenz als einmalige Chance zu sehen. Für die Ego-Vorstellung ist das augenblickliche Dasein in einem menschlichen Körper tatsächlich einmalig und ganz besonders verteidigungswert. Natürlich sollte die Lebensform „Mensch“ als besonderes Geschenk gewürdigt und mit Liebe gepflegt werden. Einen Körper bewohnen zu dürfen, ist ein Geschenk der ganz besonderen Art!

Die Evolution hat das „Ego“ erfunden, um jedem Bewohner eines Körpers die Vorstellung einer vom Ganzen abgetrennten Wesenheit zu suggerieren, die sich gegen den Rest der Welt verteidigen muss. Nur durch diesen Wettbewerb mit anderen Wesen und mit den Kräften seiner Umwelt, können sich widerstandsfähige und dem Überleben zuträgliche Eigenschaften weiter entwickeln. Das ist das Prinzip der Evolution, das sich auf der Ebene  körperlichen Daseins zeigt.

Die körperliche Ebene ist von Kampf dominiert. Fressen und gefressen Werden, ist der Alltag körperlicher Lebensformen. Der Stärkere überlebt.

Dennoch hat Leben auch andere Ebenen, die ganz anders funktionieren. Da ist die Ebene, auf der Leben streng kooperativ verfährt, ohne dabei jemals den Gedanken an Kampf aufkommen zu lassen. Würden die Zellen, aus deren Gemeinschaft sich das Gebilde „Körper“ zusammensetzt gegeneinander kämpfen, würden es Körper nicht einmal bis zur Geburt schaffen. So aber kooperieren sie noch viele Jahrzehnte nach der Geburt in einem wunderbaren Körper.

Es scheint, dass körperliches Dasein ein Experimentierfeld ist, auf dem das Leben nach Wegen sucht. Gewinner in der Geschichte des Lebens sind immer die anpassungsfähigsten Lebensformen gewesen. Es waren diese Formen, die sich am besten in den Kreislauf und an die Gesetzmäßigkeiten irdischer Verhältnisse anzupassen wussten und sich dadurch mit dem Ganzen im Gleichgewicht hielten.

Dinosaurier scheiterten an ihrer Größe und Trägheit und an ihrer Abhängigkeit von klimatischer Stabilität. Die Lebensform der Säugetiere konnte sich durch ihre gute Anpassungsfähigkeit weiterentwickeln.

Neandertaler scheiterten an ihrer mangelnden Anpassungsfähigkeit an die sich verändernden klimatischen Verhältnisse und die damit einher gehenden Veränderungen ihrer Lebensräume.

Betrachtet man den Homo Sapiens, dann wäre es möglich, dass er am „Konstrukt Ego“ scheitert, das ihn vollständig im Prinzip des Kampfes stagnieren lässt. Ego kümmert sich nicht darum, was am kooperativsten ist, sondern es ist darauf fixiert, wie ein Individuum die größten Vorteile gegenüber anderen Individuen erstreitet und es grenzt sich selbst mitunter vollständig aus dem Prinzip Kooperation aus und schafft dadurch Ungleichgewicht im Ganzen.

Das Leben wird einen Weg finden. Es wird Kampf und Wettbewerb sicherlich noch nicht verbannen, aber es wird die absolute Priorität auf Kooperation und Anpassungsfähigkeit legen.

Anpassungsfähigkeit bedeutet, neue Wege zu gehen, anstatt den Versuch zu unternehmen, Veränderungen und daraus entstehende Probleme in Trägheit auszusitzen. Es bedeutet aber auch, das ungeheure Potential einer Gemeinschaft zu nutzen, um kooperativ zu sein und Kräfte zu bündeln.

Das Leben hat niemals gegen irgendetwas gekämpft. Es hat immer Neues gefunden und damit das Alte überflüssig gemacht.

Essenz und Intelligenz

Zweifellos ist Gaia, unsere Erde, ein Wesen von großer Intelligenz und alle ihre Kinder sind Erben dieser kosmischen Intelligenz.

Intelligenz ist ja schließlich kein Potential, über das nur der Mensch verfügt. Einzigartig ist am Menschen nur, dass ihm Intelligenz im Zusammenhang mit Denken bewusst wird.

Betrachtet man Lebewesen in Bezug auf ihre Eigenschaften und Fähigkeiten, darf man durchaus einen kreativen und intelligenten Schöpfergeist dahinter vermuten, der seine Schöpfungen ohne Computer und Technikerwissen zur Welt brachte.

Sicher kann man sagen, dass Intelligenz die Essenz des Lebens ist, und dass sie nicht nur im Prozess des Denkens zum Ausdruck kommt, sondern sich im freien Fluss des Lebens auf freudvolle Weise zeigt. Liebe ist der freie und freudvolle Fluss des Lebens. Er ist die Bejahung dessen was ist ohne zu bewerten oder zu trennen oder zu spalten. Die Essenz des Lebens ist das Angebot immer neuer Chancen und Möglichkeiten ohne sich von Altem abzuwenden, sondern es ist die Zuwendung zum Neuen.

Liebe ist auf diese Weise spielerisch und unernst, sorglos und unerschütterlich vertrauensvoll.

Essenz und Intelligenz beobachtet man ganz besonders bei Kindern, die auf spielerische Weise ihre Welt erkunden, bis sie von ihren Eltern mit der Welt der Sorgen und Zweifel konfrontiert werden.

Meditative Sprache

„Achte auf deine Gedanken,

denn sie werden deine Worte.

Achte auf deine Worte,

denn sie werden deine Handlungen…..“

So beschreibt es der Talmud.

Alles Handeln geht auf Gedanken zurück. Auch Emotionen, die letztlich nur über den Körper artikulierte Gedankenformen sind, prägen das Handeln mit.

Durch meine Sprache beeinflusse ich meine Umgebung und bringe gegenüber mir selbst und anderen mein Denken zum Ausdruck.

Es kann eine sehr wirkungsvolle Meditationstechnik sein, auf seine Sprache zu achten, denn sie spiegelt, verändert oder bestätigt mein Denken und dann auch mein Handeln.

Benutze ich Begriffe, die Gewalt ausdrücken, Angst erzeugen oder spalten?  Wenn es so ist, zeige ich mir und anderen, dass meine Aufmerksamkeit von negativen Dingen bestimmt ist. Achte ich darauf und ersetze diese Begriffe durch poitive Worte oder Formulierungen, verändern sich damit auch mein Denken und Handeln. Ich betrachte die Dinge dann aus einer anderen Perspektive und bringe mein Denken dazu, eher etwas Neues zu finden, anstatt mit Altem zu kämpfen.

Das Herz denken lassen

Gedanken, die sich immer wieder aufdrängen und manchmal sogar bis in den Schlaf folgen, sind richtige Quälgeister!

Warum sollte man da nicht auch einmal das Herz als Entscheidungshilfe heranziehen?!

Durch die Beanspruchungen des Alltags bei der Arbeit und im Privatleben, ist man immerzu mit äußeren Dingen beschäftigt und verliert den Kontakt zu sich selbst. Der Kopf arbeitet auf Hochtouren, aber mit ihm stellen sich auch Zweifel ein und man kommt oft zu keinem befriedigendem Ergebnis.

Da ist es gut, wenn man zur Ruhe kommen kann und den Kontakt zu sich selbst wieder findet.

Eine kleine Übung:

Lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen inneren Körper. Betrachte und fühle dich von innen und beobachte die Energien, die in dir kursieren. Man kann dabei sehr schön in sich selbst umherwandern – von oben nach unten und wieder zurück. Wichtig ist, an aufkommenden Gedanken nicht hängen zu bleiben. Sie haben jetzt keine Wichtigkeit.

Eine anfängliche, innere Unruhe, legt sich im Laufe der Betrachtung. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf dein Herz! Spüre die Energien, die dort sind. Beobachte sie, ohne darüber zu urteilen.

Dann lasse einen Gedanken, der dich sehr beschäftigt, vom Kopf hinunter zu deinem Herzen sinken und warte einfach ab!

Möglicherweise wird es dich überraschen, was dein Herz dir antwortet. Sehr oft wird es dir raten, abzuwarten und zur Ruhe zu kommen, einfach erst einmal genau hier und nur jetzt zu sein. Wenn Tränen kommen wollen, dann lasse sie kommen. Sie werden dich leichter machen.

Das Herz wird in dir viel Vertrauen aufkommen lassen und du wirst es vielleicht genießen können, einen Schritt nach dem anderen zu tun und dabei viel Ruhe finden.

Abnabeln von der Angst

  • Wer Angst hat, sucht nach Halt.
  • Wer Angst hat, kann nicht loslassen.
  • Wer Angst hat, schaut weg.
  • Wer Angst hat, kann nicht lieben.
  • Wer Angst hat, leugnet die Realität.
  • Wer Angst hat, sucht Trost in Ablenkung.

Tatsächlich ist Angst so etwas wie eine Seuche, mit der Menschen schon von Kindheit an infiziert werden.

  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst vor Strafe
  • Angst vor Krankheit
  • Angst vor dem Tod

Die Auswirkungen von Angst werden von Kindheit an als selbstverständlicher Aspekt des Lebens akzeptiert. Es entsteht ein Automatismus, Angst zu ertragen und zu kompensieren und viele erlernen darüber hinaus Fertigkeiten darin, Angst auszulösen und sie als Werkzeug gegen andere zu benutzen.

Natürlich ist Angst ein Teil des Menschseins. Denn Angst ist Resultat des Denkens und Denken ist eben menschlich.

Denken beurteilt nach Für und Wider, es wägt ab und kalkuliert und immer hat eine angestrebte gute Lösung auch ein Gegenteil. Jeder Erfolg wirft den Schatten des möglichen Misserfolgs. Je wichtiger der Erfolg bewertet wird und je mehr daran festgehalten wird, desto stärker wird die Angst vor Misserfolg.

Das Leben, das Göttliche, das Sein geht seinen Weg und kümmert sich nicht um menschliche Gedanken. Sie hinken dem Leben hinterher ohne es jemals zu erreichen. Das Denken verpasst das Leben und seine Göttlichkeit.

In der Lücke zwischen Gedanken gibt es keine Angst und keinen Misserfolg. Im gedankenfreien Raum fließt das Leben mit allen seinen Möglichkeiten, ohne dass Tod jemals eine Rolle spielen würde. Tod existiert nicht einmal. Weder als Möglichkeit, noch als Realität.

Wie innen so außen?

Die Antwort auf diese Frage, ob das Innere dem Äußeren entspricht, dürfte keine Zweifel aufwerfen. Oder doch?

Vergleicht man beispielsweise die Organisation menschlicher Gesellschaften mit der Struktur eines menschlichen Körpers, findet man bereits ein Indiz für die Entsprechung von Innen und Außen.

Die Menschen einer Volksgemeinschaft entsprechen den Zellen des Körpers. Die Organe des Körpers sind spezialisierte Zellverbände, die spezialisierten Firmen oder Organisationen entsprechen. Die Zellen des Gehirns sind die Zentrale, die einer Regierung entspricht.

In einem gesunden Körper kennt und erfüllt jede Zelle ihre Aufgabe. Sie tut es zum Wohle der Zellgemeinschaft und letztlich dadurch auch für sich selbst, weil ihr eigenes Überleben und ihre Entwicklung von der Gesundheit der Gemeinschaft abhängt.

Sowohl in Gesellschaften, als auch in der Zellgemeinschaft eines Körpers, gibt es Individuen, die vom Prinzip der Kooperation abweichen und eigene Systeme bilden. Sie profitieren dabei von der Kraft der gesunden Mitglieder, werden immer stärker und größer und schwächen die Gemeinschaft und bringen sie sogar zu Tode.

Befällt es den Körper, nennt man es Krebs. Befällt es eine Gesellschaft, nennt man es vielleicht Korruption, Dekadenz, Profitsucht, Machtgier oder anders.

Noch offensichtlicher ist die Entsprechung, wenn man die Organisation eines Ameisenstaates betrachtet. Er funktioniert praktisch wie ein einziger Körper.

Vielleicht könnte man einer Körperzelle die Frage stellen, was sie unter „Selbstverwirklichung“ versteht oder was sie unter Glück versteht. Ich vermute nicht, dass eine (egoistische) Krebszelle glücklich ist. Glückliche Zellen leben und arbeiten für einen gesunden und glücklichen Körper, weil sie sich als „der Körper“ verstehen.

Vielleicht würde eine Zelle antworten: „Alle  Zellen mögen glücklich sein!“

Als Mensch würde man sagen: „Alle Wesen mögen glücklich sein!“ und „mit meinem Blick auf eine gesunde und glückliche Gemeinschaft der Wesen, entsteht als bedingungslose Begleiterscheinung mein eigenes Glück.“

Ego, ein Angst-Junkie

Darüber, dass es ein „Ego“ als Subjekt oder Wesen tatsächlich gar nicht gibt, sind sich die meisten im Klaren. Trotzdem übt es bisweilen tyrannische Macht über Menschen aus und das, obwohl es doch lediglich ein Sammelsurium aus Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätzen ist, mit denen man sich identifiziert. Die Identifikation ist dabei wohl so etwas wie ein Katalysator. Ohne Identifikation wären Erinnerungen, Gewohnheiten und Glaubenssätze schlicht und einfach als Gedanken vorhanden und würden nicht die Form eines eigenständigen Subjektes oder Wesens annehmen, das als „Ich“ nach der Macht greift und Dummheiten begeht.

Da die Grundeigenschaft des „Ego“ Angst ist, bemächtigt es sich der eigenen Gedanken, die sich dann wiederum mit der Angst beschäftigen. „Ego“ beschäftigt sich also mit sich selbst. Angst bekommt viele Kinder. Da ist die Gier, der Neid, der Hass und natürlich die Angst vor dem Alleinsein und vor dem Tod.

Alles unternimmt das „Ego“ um seine Ängste im Zaum zu halten und zu betäuben. Es versucht, sich vieler Dinge und anderer Menschen zu bemächtigen. Im Besitz vieler Dinge und mit der Kontrolle über Menschen fühlt sich „Ego“ größer und sicherer und das Festhalten daran gibt ihm das Gefühl, dadurch nicht in einem Meer aus Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit unter zu gehen. Es vermittelt einen Hauch Ewigkeit. Das Groteske am Ego ist, dass es genau diese Angst, die es zu betäuben versucht, braucht, um zu überleben.

„Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“, soll Jesus gesagt haben.

Mit dem „Reichen“ wird er denjenigen gemeint haben, der Reichtum, Besitz  und Macht zur Betäubung seiner (Lebens-)Angst benötigt. Mit dem „Reich Gottes“ wird er Glück und letztendliche Erfüllung gemeint haben, die nur ohne Angst zu erreichen sind.

Nachhause kommen

Als Gautama Siddharta zum Buddha wurde, hatte er nicht Meditation erfunden, sondern er war zu Meditation geworden. Er hatte seine Augen für das innerste Wesen des Daseins geöffnet, das in jedem Individuum vorhanden ist.

Das innerste Wesen des Daseins ist die Kreativität und Liebe, die diese faszinierende Welt der Formen erschaffen konnte.

Ist es schwer zu verstehen, dass unsere Erde mit allem was sie als „Mutter“ hervorbringt, nur die Ausdrucksform von Kreativität und Liebe ist? Ist es möglich zu sehen, dass der Kampf mit den Dingen lediglich ein irrealer Kampf gegen ein Spiegelbild ist? Der Schritt des Erkennens, dass wir nach Glück und Frieden suchenden Menschen ebenso ein Spiegelbild sind, ist so winzig klein und dennoch erscheint er für unsere Vorstellung nicht zu überbrücken zu sein.

Vielleicht würde Buddha sagen: Du brauchst nur deine Blickrichtung ändern!

Möglicherweise würde er uns raten, nicht die Dinge selbst zu betrachten, sondern den Prozess, der sie verändert, entstehen und vergehen lässt. Betrachtung in dieser Weise ist eine Qualität, die nur das Herz bietet.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“.

Meditation im Alltag ist die Betrachtung meines Tuns, wie ich es tue. Mit welcher Hingabe, Kreativität, Liebe und Freude tue ich es? Weniger das Ergebnis steht für diesen Moment im Vordergrund, sondern meine innere Einstellung.

Bin ich ergebnisorientiert, trenne ich mich von mir selbst und meiner Kraft. das Tun wird zur Arbeit und zur Last.

Das „Göttliche“ hat mit seiner Schöpfung keine Last. Es „handelt“ in Liebe, Kreativität und Freude.

Lächle deinem Körper zu!

Es schafft ein schönes Gefühl und einen liebevollen „inneren Raum“, wenn man sich selbst zulächelt.

Beim Awareness-Walk, dem Meditativen Gehen, werde ich mir meines Körpers bewusst, indem ich seine Bewegungen wahrnehme. Es ist ein Bewegungsablauf, den der Körper vollständig verinnerlicht hat. Ich kann mich in seinen Bewegungen entspannen und dem Bewegungsablauf zulächeln.

Das Lächeln hat eine positive Aussage, wenn auch jeder für sich diese Aussage in seinen eigenen Worten beschreiben wird.