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Was ist meditative Beobachtung?

Die Frage nach dem Ort in mir, an dem meditative Beobachtung entsteht, ist eine entscheidende Frage.

Beobachte ich aus der Perspektive des „Ich“, so befinde ich mich in einer Gegenüberstellung zwischen „mir“ und den Dingen, die beobachtet werden. Das bedeutet, dass sich das Beobachtete außerhalb des Beobachters befindet. Es entsteht ein beobachtendes Subjekt und ein beobachtetes Objekt. Diese Form der Beobachtung findet bei der Konzentration statt.

Meditation ist keine Konzentration

In der Meditation ist die Trennung zwischen Subjekt und Objekt aufgelöst und es existiert nur noch das Objekt, mit dem das Subjekt vollkommen verschmilzt.

In der Meditation verschwindet die subjektive „Ich“-Perspektive. Es verschwindet also der Ort, von dem aus beobachtet wird. Mit dem Wegfall der „Ich“-Identifikation verschwinden ebenso Bewertung und Vergleich. Die beobachteten Dinge werden „ähnlicher“, sie werden nicht mehr aus der Perspektive eines „Ich“ bewertet und verglichen, weil der, welcher bewertet und vergleicht, verschwunden ist.

Meditation ist die Form der reinen Erfahrung

„Erfahrung“ bedeutet damit nicht den routinierten Umgang mit den Dingen, sondern das Erlebnis der Dinge in ihrer reinsten und direktesten Form. In der Meditation ist Beobachtung vollkommen gleichgesetzt mit dem Beobachteten.

Was ist Meditation?

Meditation selbst ist keine Technik, sondern eine Erfahrung innerer, bewertungsfreier Klarheit. Körperliche und geistige Entspannung sind dabei sozusagen Nebenwirkungen.

 

Attribute der Meditation sind Losgelöstheit und Nicht-Identifikation.

Alle Techniken, deren Ziel die Erfahrung der Meditation ist, können nur eine Möglichkeit der Hilfe sein, um die Erfahrung der Meditation zu begünstigen.

Meditation ist wie ein Gast. Du kannst ihn einladen und mit geeigneten Techniken die Voraussetzungen für sein Erscheinen schaffen, aber du kannst sein Kommen nicht erzwingen. Jede Form von Zwang verhindert Meditation.

Die Fähigkeit, meditativ zu ein, ist jedem Menschen angeboren. Erlernbar sind lediglich die Techniken, die diesen Bewusstseins-Zustand begünstigen.

Meditation ist ein besonderer Zustand deines Bewusstseins.

Wenn du über deine Sinne mit deiner Umwelt in Kontakt trittst, werden Sinneseindrücke, ohne dass du es bemerkst, zum Gehirn geleitet und mit bereits vorhandenen Informationen verglichen. Anhand dieser Informationen erkennt das Gehirn das Gesehene, Gehörte oder Gefühlte. Es entspricht für dich also dem, was du bereits darüber weißt. Sinneseindrücke werden daher zu subjektiven Erfahrungen. Das Gleiche gilt für Gedanken. Sie entstehen nach dem Abbild von Mustern, die im Laufe des Lebens erzeugt wurden. Aus dieser Art „Programmierung“ entsteht unsere individuelle Denkweise.
Denken und Verstand hinken der Realität hinterher

Die Routine unseres Gehirns, Eindrücke, Gedanken und Gefühle mit Mustern und vorhandenen Informationen abzugleichen, führt dazu, dass wir die Welt  unserem Wissen, unseren Prägungen und Mustern entsprechend wahrnehmen.
Das ist durchaus ein Vorteil, denn diese Routine warnt uns vor Gefahren und ermöglicht es, uns in der Welt zurechtzufinden.

Es kann aber auch ein entscheidender Nachteil sein:
Da die meisten Gedankenmuster unbewusst sind, sind wir sehr stark an sie gebunden. Da sie unbewusst sind, wissen wir oft nicht, dass unser Denken nicht frei, sondern von oft alten, überkommenen Mustern gesteuert ist. Jeder wird sich im Laufe des Lebens schon gewundert haben, dass er immer wieder in sehr ähnliche Situationen gerät. All dies hat mit Mustern zu tun, die im Hintergrund die Fäden für uns ziehen.

Unfrei macht uns auch, dass unser Gehirn uns die Welt und uns selbst auf Basis gesammelter Informationen erleben lässt. Daher nehmen wir die Welt und uns selbst nie als Realität wahr.

Alles ist Illusion: Meditation kürzt den Weg der Wahrnehmung ab

Wenn du in Meditation bist, bist du nichts weiter als Beobachter. Du beobachtest die Instanzen in dir und um dich herum, die etwas tun. Meditation ist Nicht-Tun.
Wei-Wu-Wei: Tun durch Nicht-Tun.

Ist deine Meditation tief genug, wirst du beobachten, woher deine Gedanken und Gefühle kommen. In sehr tiefer Meditation ist dein Bewusstsein direkt mit der Realität verbunden, ohne dass deine Wahrnehmung den Umweg über die Interpretation geht.

Meditation und Alltag

Wirkliche Bedeutung erhält Meditation, wenn dein Alltag zur Meditation wird. Es mag für den Anfang genügen, bestimmte Meditationszeiten und -orte zu haben.

Je länger du übst, um so mehr wird Meditation dein ganzes Leben mit einbeziehen.

Meditation ist keine Flucht aus dem alltäglichen Leben. Sie ist vielmehr eine andere Sicht, die dem Leben viele neue Facetten hinzufügt.

Weitere interessante Informationen zu Meditation gibt es im Online-Magazin für Meditation findyournose.com

Hier ein Video, in dem Osho das Phänomen der Meditation in für ihn typisch einfacher und ebenso wunderbarer Weise beschreibt (Englisch):

Workshops für Awareness-Walk

Ort:

Meine Workshops für Meditatives Gehen finden in der landschaftlich schönen Umgebung des Naturparks Neckartal-Odenwald bei Neckargemünd (ca. 10 km von Heidelberg) statt.

Die Umgebung bietet hier eine wunderbare Voraussetzung für eindrucksvoll meditative Begegnungen.

Teilnehmer:

Teilnehmen kann jeder, der gerne zu Fuß unterwegs ist und dessen Gesundheit es erlaubt, 50 bis 100 Minuten am Stück zu gehen (Schritt-Tempo).

Aus Gründen der Effizienz und Übersicht bei der Begleitung macht es Sinn, die Teilnehmerzahl auf 6 Teilnehmer zu begrenzen.

Ausrüstung:

Empfehlenswert sind wandertaugliche und dem Wetter angepasste Kleidung und möglichst leichtes Schuhwerk (am allerbesten ist es, Awareness-Walk barfuß zu erleben).

Zur Stärkung und Erfrischung zwischendurch, ist etwas Proviant im möglichst leichten Gepäck sinnvoll.

Ablauf:

Der Ablauf des Workshops umfasst etwa 150 Minuten, auf Wunsch aber auch länger.

Termine und Preise:

Derzeit auf Anfrage an meditation@papamojo.de

Merkmale der Technik

Jede Meditationstechnik zielt darauf ab, Wahrnehmung von der beurteilenden und selektierenden Wirkung des Intellektes zu befreien. Eine meditative Erfahrung kann am treffendsten damit beschrieben werden, dass der Meditierende zur klaren und nicht fokussierenden Wahrnehmung selbst wird. Der Meditierende selbst rückt dabei aus dem inneren Blickfeld. Das mag als Indiz dafür gelten, dass ein gewohntes Erlebnis als Individuum nur eine mögliche Sichtweise ist. Die Sichtweise des Meditativen ist nicht identifizierend, nicht beurteilend.

Awareness-Walk kann sowohl beim Gehen geübt werden, als auch beim Laufen – also beim Joggen. Während Gehen beruhigender ist und sich vor allem abends vor dem Schlafengehen anbietet, ist Laufen dynamischer und mehr als das Gehen körperbezogen, es lässt die Funktion des Kreislaufes und der Atmung mehr in den Vordergrund treten.

Beide Varianten sind im Ablauf aber prinzipiell gleich.

Das besondere Merkmal der Technik ist die Förderung des Körperbewusstseins und damit verbindend das sehr intensive Erleben der Umgebung.

Auswirkungen Meditativen Gehens

Als dein Körper in Kinderjahren das Gehen lernte, war das für ihn ein Wechselspiel aus fehlgeschlagenen und geglückten Versuchen. Heute dürfte sicheres Gehen für dich selbstverständlich sein.

Mit Meditation verhält es sich grundsätzlich genauso, aber in umgekehrtem Sinne. Das bedeutet, dein Körper und dein Geist hatten die Fähigkeit, Meditation zu erleben, bereits mitgebracht. Sie muss nicht erst erlernt werden.

Die Fähigkeit zur Meditation ist jedem Menschen in die Wiege gelegt und wird im Laufe der Jahre lediglich verschüttet. Du kannst diese Fähigkeit wiederentdecken. Dein Körper kann sich daran erinnern und mit vermehrter Übung immer öfter und leichter einen meditativen Zustand annehmen.

Um es aber ganz klar zu formulieren: Eine Meditationstechnik ein Mal anzuwenden und daraufhin eine Veränderung bei sich zu erwarten, wäre naiv!

Das Wichtigste ist aber der Entschluss, überhaupt mit Meditation zu beginnen!

Da Gehen an sich, als Mittel der Fortbewegung, ein Teil des Alltages ist, kann Meditatives Gehen in idealer Weise für dich Teil des Alltages werden – denn genau da gehört Meditation hin!

Wenn du einmal einen Workshop für Awareness-Walk besucht hast, kannst du diese Technik danach für dich jederzeit weiter üben und sie zum heilsamen Teil deines Alltages werden lassen.

Nach einiger Zeit wirst du wertvolle Veränderungen bei dir feststellen! Irgendwer hat einmal den Begriff „Gemeinschaft des Lebendigen“ geprägt. Ich finde ihn wunderschön! Wenn du dich beim Meditativen Gehen oft in der freien Natur aufhältst, vielleicht alleine, vielleicht auch in einer Gruppe, dann wirst du verstehen lernen, was die Gemeinschaft des Lebendigen bedeutet. Bäume, Blumen, Tiere, aber auch die Luft, die Erde und die Sonne werden näher bei dir sein. Es ist ein neues Erlebnis von Familie.

Meditation bedeutet grundsätzlich, bewusster dir selbst gegenüber zu werden. Das gilt sowohl für deinen physischen Körper, als auch für deine Gedanken und Emotionen.

Es wird oft so sein, dass dir beim Meditativen Gehen Problembereiche deines Körpers bewusst werden. Es werden ebenso Gedanken und Emotionen auftauchen, die dir die Chance bieten, ihnen gegenüber bewusster zu werden.

Bewusster zu werden bedeutet nicht, gegen Gedanken und Emotionen anzukämpfen. Es bedeutet lediglich, klar und urteilsfrei wahrzunehmen („es ist, wie es ist“).

Aus dieser Neutralität der inneren Haltung heraus wirst du dich entspannt fühlen und die Möglichkeit nutzen können, deinen Körper, deine Gedanken und Emotionen immer tiefer und klarer zu verstehen.

Tiefes und klares Wahrnehmen und Verstehen ist der Schlüssel, um zur Wurzel deiner Gedanken und Emotionen zu gelangen. Verstehen wird unmöglich, wenn du durch Wertung und Urteil die Dinge verzerrst, Verantwortung und Ursachen nach außen projizierst und dich selbst belügst.

Nach einiger Zeit der meditativen Praxis, wirst du aufkommende Emotionen klarer und auch früher erkennen können. Du wirst auch feststellen, dass viele deiner Gedanken auf irgendwann einmal geprägten Glaubenssätzen und Erlebnissen basieren.

Die wichtigste Auswirkung von Meditation ist, dass du dich immer weniger mit deinen Gedanken und Emotionen identifizierst und immer mehr zum Meister deiner inneren Welt wirst, als von ihr beherrscht zu werden. All das wird dich entspannter machen, es wird dich vor vielen inneren und äußeren Konflikten bewahren und dir ein bislang nicht erlebtes Stück Lebensqualität bescheren.

Bis dahin kann es ein gutes Stück Weg sein, aber bei konsequenter Übung wirst du deinen Weg sicheren Fußes gehen!

Meditatives Gehen

Sowohl diejenigen, die kaum oder gar keine Übung mit Meditationstechniken haben, als auch diejenigen, die bereits Erfahrung haben, werden im meditativen Gehen eine Chance erkennen, ihren Alltag mit Meditation zu verbinden. Das bedeutet nichts Anderes, als die Chance zu nutzen, den Alltag ausgeglichener, entspannter, bewusster und damit lebenswerter zu erfahren und die eigene Individualität und Ursprünglichkeit wieder zu entdecken.

Gehen ist ein Teil des Alltags. Gehen ist eine Bewegung, die der Körper von selbst ausführen kann, ohne dass darüber konzentriert nachgedacht werden muss. Ähnlich wie beim Atmen, kann auch das Gehen beobachtet werden, man kann Zeuge des Vorgangs sein. Der Körper geht von selbst, der Körper atmet von selbst, es erfordert keine mentale Anstrengung.

Diese „Selbständigkeit“ des Körpers brachte auch die klassische Atem-Meditationstechnik Vipassana hervor, die durch den Buddha bekannt wurde und die bis heute als typische Methode gilt, meditative Erfahrungen möglich werden zu lassen.

Meditatives Gehen ist eine Möglichkeit von endlos vielen Möglichkeiten. Aber es ist eine, die eine große Kooperationsbereitschaft meines Körpers verspricht. Es ist ein natürlicher Vorgang, der mich in eine natürliche Umgebung führt. Er bringt mich in Kontakt zur vielfältigen Gemeinschaft des Lebendigen und in Kontakt mit den Elementen. Hier finde ich mich selbst.