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Meditation ist Selbsterinnerung

Meditation durchdringt die Ebenen, auf denen Gewohnheiten, Prägungen und Ängste menschlichen Lebensalltag bestimmen.

Sehr verwirrend erscheint es, dass das eigene Selbstbild, das aus Erinnerungen, Erfahrungen und Überzeugungen besteht und sich Ego nennt, an diesen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten festhält.
Es ist vor allem deshalb verwirrend, weil es das selbst dann tut, wenn Auflösung von Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten individuelles Leid und Leid anderer Wesen vermeiden würden.

Sehr wohl liegt es daran, dass das Konstrukt Ego zu nichts Anderem als zum Sammeln und Festhalten in der Lage ist. Das ist seine Natur.
In der Konsequenz erschafft Ego im Prozess des Loslassens Angst. Es erschafft sogar Angst davor, Angst loszulassen.

Es kann daher nicht wundern, dass Ego den Menschen zum Sammeln und Anhäufen von geistigen und materiellen Formen drängt. Ein Gefühl für Sättigung oder Zufriedenheit kennt es nicht.
Auch das sollte nicht wundern, denn eine Subfunktion des Ego ist Mangelbewusstsein, das niemals Ruhe gibt.

Bin ich mit meinem Ego identifiziert, identifiziere ich mich mit meinen Gewohnheiten, Prägungen und Ängsten und das darunter aktive Mangelbewusstsein treibt mich zum nie endenden Sammeln und Anhäufen, ohne mich jemals Befriedigung und Erfüllung erleben zu lassen.

Meditation durchdringt diese Ebene der Identifikation mit einem Selbstbild, das lediglich aus Erinnerung besteht und nichts Anderes als eine Gedankenform ist.

Selbsterinnerung ist die Erinnerung an den inneren Beobachter, der nicht mit einem Bild, einem Ideal, einer Meinung, einem Urteil oder einer Wertung identifiziert ist. Er ist reine Wahrnehmung. Er ist wie das Auge des Orkans, in dem unbeeinflusst Stille herrscht, während um ihn herum die Kräfte toben.